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schloffenheit seiner Zuge, einen Augenblick zauderte sein Fuß, alser schon ans der Leiter ftand. „Davis," rief er rauh dem Menschenzu, von dem er durch eigene Erfahrung wußte, daß er im Verrat!)hinreichend geübt sei, „verlasse das Boot! —Ruft mir statt seiner denbarschen Vormann des Vorkastells; wer gewöhnlich so groß thnt imSprechen, wird wohl, wo es sein muß, auch zu schweigen verstehen."
Die Abänderung wurde ans der Stelle getroffen: denn demHerrscherblick, den er angenommen hatte, war noch Keiner im Schiffejemals vermessen genug, nicht den augenblicklichsten Gehorsam zuleisten. Noch einen Augenblick stand er in tiefsinniger Stellungda, und dann verschwand der letzte Schatten von Sorge vonseiner Stirn, und mit hochherzigem Vertrauen sprach er:
„Wilder, leben Sie wohl! Ich lasse Sie zurück als Anführermeiner Leute, als Herrn meines Schicksals, fest überzeugt, daß ichin beiden Beziehungen einem Würdigen vertraue."
Gleichsam als verschmähte er die leere Förmlichkeit überflüssigerVersicherungen, stieg er schnell, ohne ans eine Antwort zu warten,in's Boot, daS man auch schon im nächsten Augenblick unerschrockenauf den königlichen Kreuzer losrndern sah. Während der darauf-folgenden kurzen Zwischenzeit, von dem Moment an, wo die Aben-teurer abstießen, bis zmihrer Ankunft ans dem feindlichen Schiffe,blieben die Znrückgelaffenen in einer schmerzlichen Spannung. Der-jenige indessen, den der Ansgang zunächst und am meisten anging,verrieth weder durch Blick noch Bewegung etwas von der Aengst-lichkeit, welche die Gemüther seiner Untergebenen erfüllte. Unterden, seinem angeblichen Range gebührenden Ehrenbezeigungen stieger an der Schiffsseite seines Feindes hinan, mit einer freien Unbe-fangenheit, welche Denen, die da wähnen, daß vornehmes Lebenund hohe Geburt Grazie und Würde verleihen, offenbar als Aus-druck dieser Eigenschaften erscheinen mußte. Frei, männlich, undder Seemannssitte gemäß, empfing ihn der ehrliche Veteran, dessengegenwärtiges Kommando für seine lange und schwere Dienstzeit