469
Fächern lagen. Zweifelhaft bei der Wahl unter so vielen, sagteWilder halb fragend:
„Ich weiß kaum, welche von diesen Fahnen Sie anfznziehenbefehlen."
„Necken Sie ihn mit dem schwerfälligen Holländer. Der Com-mandenr eines so stattlichen Schiffes mnß in allen Zungen derchristlichen Welt bewandert sein."
Der Lieutenant gab dem dienstthnenden Qnartiermeistcr einZeichen; und nach einer Minute wehten über dem Delphin dieWimpel der General-Staaten. Die beiden Offiziere beobachtetengenau, welche Wirkung es auf den Fremden machen wurde; dieserweigerte sich indessen, auf das falsche Signal, das sie wiesen,ein ermiederndes Zeichen zu geben.
„Er sieht recht gut, daß unser Kiel nicht für die Untiefen Hol-,lands gebaut ist. Wer weiß, vielleicht keimt er uns gar?" sagteder Rover, eine» forschenden Blick auf seinen Gefährten schießend.
„Ich glaube es nicht. Man ist am Delphin zu freigebig mitdem Antünchen gewesen, als daß selbst seine Freunde ihn an derAußenseite wieder erkennen sollten."
„Das Schiff hat viel von einer Kokette, allerdings," erwiedertelächelnd der Rover. „Versnchenivir.ivie der Portugiese anfihn wirkt:vielleicht finden brasilianische Di«mranten mehr Gunst bei ihm."
Die eben aufgezogene» Farben wurden herabgelassen, und stattderselbe» das Sinnbild des Hauses Braganza dem Winde preisge-geben. Noch immer verharrte der Fremde, seinen Pfad verfolgend,in mürrischer Achtlosigkeit, und schien einzig darauf bedacht, sichdichter an den Wind zu bringen, um die Entfernung zwischen sichund dem Gegenstände seiner Jagd so gering als möglich zu machen.
„Ein verbündetes Land kmn> ihn nicht zmm Zorne reizen," sagteder Rover. „Wohlan! so mag er sich dann die hohnsprechcndeweiße Flagge, den vrapesu blaue, ansehen."
Wilder gehorchte schweigend. Portugals Wimpel flatterte