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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
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auf's Deck herunter, und das weiße Feld Frankreichs wurde in dieHöhe gezogen. Kaum hatte diese Fahne noch die Gaffclspihe er-reicht, so hob sich vom Verdeck des Fremden, gleich einem Unge-heuern aufsteigendeu Vogel, ein breites, gläuzend-bemaltes Tuch,und breitete oben zierlich seine Falten dem Winde auf. In dem-selben Augenblick prallte eine Rauchsäule aus seiner Seite hervor,und trieb schon rückwärts durch seine Takelage, ehe der Knall desherausfordernden Schusses, der sich gegen die Richtung des starkenPassatwindes den Weg bahnen mußte, von der Mannschaft aufdem Delphi» gehört werden konnte.

Das kommt von der freundschaftliche» Gesinnung zwischen denbeiden Völkern her!" bemerkte trocken der Rover.Der Holländerläßt ihn stumm, die Krone von Braganza rührt ihn nicht; aberzeigt ihm nur ei» Tafeltnch, so regt sich die Galle in ihm! Mager sich die Farbe, die ihm so wenig znsagt, noch eine Weile be-trachten, Herr Wilder; wenn wir müde sind, sie zu zeigen, sofinden wir wohl noch eine andere in unserer Flaggenkiste."

Wirklich schien es, als ob der Anblick der Flagge, die derRover zu zeigen für gut hielt, auf den Fremden ungefähr denselbenEindruck machte, wie das Stückchen Scharlachtnch des flinken Ma-tadors auf den wüthenden Stier. Rasch wurden noch verschiedenekleinere Segel am Fremden beigeseht, die von keinem wesentlichenRuhen sein konnten, aber zu erkennen geben sollten, daß er de»Augenblick nicht erwarten könne, wo er ans seinen Feind stieße; jedeBrasse, jede Bulinie sogar wurde noch mit einem Stück Segeltuchbeschwert. Kurz, der Fremde sah ganz ans, wie ein Rennpferd,das, obgleich schon mit der äußersten Schnelligkeit die Bahn daher-fliegend, noch die Peitsche des Jockey zu fühlen bekommt, ungeachtetkein Anspornen von Außen, kein eigenes Feuer einen Flug beschleu-nigen kann, der ohnedies; schon den höchste» Grad erreicht hat.Auch schien das fremde Schiff keinesweges dieser außerordentlichenAnstrengung zu bedürfen. Der Wettlauf, der zeigen sollte, welches