Druckschrift 
8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
453
Einzelbild herunterladen
 

453

Wir kämpfen um den Sieg," erwiedertc der Haudegen.Ichbin jede Minute schlagfertig."

Prompt und entschieden, wie's einem Soldaten ziemt. SagenSie mir doch, angenommen, das Glück oder der Zufall, oder dieVorsehung welcher von diesen Mächten Sie nun einmal alsFahrerin huldigen mögen stellte Ihnen die Wahl unter denLebensgenüssen frei, welchem Genast würden Sie, als dem höch-sten, den Vorzug geben, General?"

Der Soldat überlegte einen Augenblick, che er antwortete:

Ich habe mir oft gedacht: könntest du über die Dinge aufErden gebieten, du würdest, unterstützt oon einem Dutzend deinerwackersten Hunde, den Eingang derjenigen Höhle angreifcn, indie der Schneiderbursch, der sogenannte Aladdin, eintrat."

Der Wunsch eines ächten Freibeuters! An den bezaubertenBäumen würden dann nicht lange die goldenen Früchte prangen.Doch wäre der Sieg nicht sehr ruhmbringcnd, da die Waffen derKämpfenden in nichts als Beschwörungen und Zauberformeln be-stehen. Gilt Ihnen die Ehre Nichts?"

Hm! Um Ehre habe ich die Hälfte eines ziemlich langenLebens gesuchten; am Ende aller meiner Fährlichkeiten fand ichmich gerade so federleicht, als beim Anfang. Nein, nein! die Ehreund ich haben Abschied oon einander genommen; cs müsste denndie sein, als Eroberer ans dem Kampfe hervorzugehen. Ich Haffeallerdings eine Niederlage; aber die bloste Ehre des Sieges kannman zu jeder Zeit wohlfeil oon mir haben."

Lassen Sie es gut sein. Der Dienst bleibt, der Sache nach,so ziemlich derselbe, mögen Sie Ihre Beweggründe hcrnehmen,woher Sie wollen. Was ist das! Wer hat sich unterstanden,das Bramsegel da oben losznlaffen?"

Die heftige Veränderung in der Stimme des Rooers machteAlle, die ihn hörten, zittern. Zeder einzelne Ton drückte tiefen,bitter« und drohenden Unwillen ans, und Jeglicher richtete den