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über die Dienste seines Musikcorps nach Gefallen zu gebieten, wünschteihnen sanfte Ruhe und angenehme Träume, und stieg .dann ge-lassen, offenbar, um sich gleichfalls zur Ruhe zu begeben, hinabin eines der untern Gemächer. — Mistreß Wyllys und Gertraud,obgleich Beide sich unterhalten, oder vielmehr verlockt fühlten, durchdas Gewinnende einer Charakterweise, die bei allem Eigensinn sichnie der Rohheit näherte, hatten dennoch, als er verschwand, einähnliches Gefühl, als wenn man, gezwungen lange in der einge-schloffenen Atmosphäre eines Kerkers zu athmen, endlich so glücklichist, wieder freie Luft schöpfen zu dürfen. Die Erstere betrachteteihre Schülerin mit einem Blick, in welchem unverkennbare Liebe mittief verborgener Besorgniß kämpfte; doch sprach Keine, denn eine leiseBewegung an dcrKajütcnthüre sagte ihnen, daß sie nicht allein wären.
„Wünschen Sie noch mehr Mnsik, Madame?" fragte Roderichmit erstickter Stimme, furchtsam während des Sprechens aus demSchatten hervortretend; „ich will Sie in den Schlaf singen, wennSie es wünschen; aber mir versagt die Stimme, wenn er mirbefiehlt, meinen Gefühlen Gewalt anznthnn und fröhlich zu sein."
Schon hatte sich die Stirn der Gouvernante zusammengezogen,und es war ihr anzusehen, daß sie sich ans eine strenge, znrück-weisende Antwort vorbereitete; da sprach die trauernde Stimme,die eingeschreckte, unterwürfige Gestalt des Knaben so stark zuihrem Herzen, und an die Stelle des halbzürnenden Blickes tratein weicher, verweisender Blick, wie man ihn oft das Zürnenmütterlicher- Theilnahme mildern sieht.
„Roderich, ich hatte geglaubt, du würdest dich für diese Nachtnicht mehr zeigen."
„Sie hörten ja die Glocke. Ach, wenn er auch in seinen auf-geräumten Augenblicken so heiter sein, so das Innerste ergreifendsingen kann, — Sie haben ihn noch nie im Zorn gehört."
„Und ist denn sein Zorn so schrecklich?"
„Vielleicht ist er es Anderen nicht so sehr, aber ich kenne nichts