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„Worte, Roderich, Worte; wir verstehen uns schlecht darauf,den Sinn der Flötentöne zu deuten."
Ans diese Weise an seine Pflicht erinnert, fing der Knabe anin einem vollen, reichen Contre-Alt, doch nicht ohne eine Bebnng,die offenbar nicht zur Melodie gehörte, einige Strophen zu singen,welche wir, so viel davon vernommen werden konnte, dem Lesermittheilen:
Im Westen, dort am Meeresrand,
Dehnt weit sich ans und schönDas süße, heil'ge Zauberland.
Wo Fried' und Freiheit weh'n.
Dort eilet nicht der Sonne Licht,
Vergoldet jedes Tages Abend,
Und ruht auf Baum und See'n.
Für dich. o Mensch. strahlt es so labend,
Strahlt es so schön
Auf Thal und Baum und See'n!
Das Mädchen sehnsuchtsvoll durchirrtMit ungewissem FußDen Hain; und ihm entgegen schwirrtDer Vögel Liebesgrnß.
O süß' Gestad', wann Abend naht,
Spricht Hoffnung....
„Genug hiervon, Roderich," unterbrach ungeduldig sein Herr.„Dieser Gesang hat zu viel vom verliebten Corydon, um der Launeeines Matrosen znznsagen. Singe uns von der See und ihrenFreuden, Knabe; und heb' die Töne ans eine Weise hervor, die mitdem Geschmack eines Seemanns in besserem Einverständniß stehe."
Der Knabe blieb stumm; kann sein, ans Abneigung gegen dieseAufforderung, vielleicht aber auch, weil er ihr wirklich nichtgenügen konnte.
„Wie, Roderich! verläßt dich die Muse? oder wird dein Ge-dächtniß schwach? Sie sehen, das Kind ist eigensinnig in seinenMelodien; wenn er nicht von Liebe und Sonnenschein singen kann,so weiß er nichts. Wohlan, meine Leute, gebt einen kräftigemAkkord, und laßt Leben in den Cadenzen wehen, ich will zur Ehredes Schiffes ein Seelied versuchen."
Das Corps, angesteckt von der augenblicklichen Laune seines