Druckschrift 
8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
404
Einzelbild herunterladen
 

Windstillen des Aeqnators es war thöricht, an den Gegenstandlänger zn denken."

Sie beliebten etwas zn sagen, allein ich habe Sie nicht ver-standen."

Der Rover schrak zusammen; denn er hatte die vorhergehen-den Worte mehr vor sich hingemnrmelt, als gesprochen. Er warfeine» hastigen, prüfenden Blick um sich her, gleichsam um gewißzn sein, daß kein unberufener Horcher sich herangestohlen habe,sich der Geheimnisse seines Innern zn bemächtigen, das er seltenseinen Schiffsgenossen zu erschließen für gut fand. Und nun warer auch schon wieder im Besitz besonnener Gelassenheit, und setztedas Gespräch so unbefangen fort, als wenn es gar keine Unter-brechung erlitten hätte.

Ja, mir war entfallen, daß Ihr Geschlecht eben so furcht-sam als schön ist," sagte er, und lächelte dabei so einnehmendsanft, daß die Erzieherin unwillkürlich einen besorgten Blick ansihre Pflegebefohlene warf,sonst würde ich mit meiner Versiche-rung, daß jeder Grund zur Furcht verschwunden sei, nicht solange verzogen haben."

Sie ist uns selbst jetzt noch willkommen."

Und Ihre junge, sanfte Freundin," fuhr er fort, sich gegendas Mädchen verbeugend, während er seine Worte noch immeran die Gouvernante richtete;hoffentlich wird ihr Schlummerwegen dessen, was vorgefallen ist, nicht schwerer sein."

Der Unschuldige findet selten ein hartes Kiffen."

Diese Wahrheit enthält ein heiliges/ ein unerforschliches Ge-heimniß: die Unschuldigen schlafen so ruhig! Wollte Gott, auchdie Schuldigen könnten irgend einen Zufluchtsort gegen die Dolcheihrer Gedanken finden! Allein wir leben in einer Welt, in einerZeit, wo Keiner gegen den Andern, ja, nicht gegen sich selbst,sicher ist."

Er schwieg, und blickte mit einem so wildentstellenden Zug deS