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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Was meinst d», Noderich, würde er auch uns eine Antwortverweigern?"

Der Knabe schrak auf; und so wie sein Blick ans das sanfte,sprechende Antlitz Gertrands fiel, blitzte auch das Bewußtsein wie-der durch seine Seele, und er antwortete feurig:

Ob sie auch von seltener Schönheit ist, so überschätze sie die-selbe nicht. Kein Weib vermag es, sein Gemüth zu zähmen."

Ist er denn so harten Herzens? Glaubst du, daß eine Fragevon dieser Schönen keine Rücksicht bei ihm finden werde?"

Mit eben so vielem Ernst als Weichheit und Trauer in derStimme antwortete er:Hören Sie mich, Dame. Meine letztenzwei Jahre sind so angefüllt mit Erfahrungen, ich habe so vielwährend derselben gesehen, daß mancher Jüngling wohl zwischenseinen Kinder und Mannsjahren nicht mehr sehen und erfahrenkann. Dieß ist kein Ort für Unschuld und Schönheit. O, ver-lassen Sie das Schiff, selbst wenn Sie cs mit dem Zustande ver-tauschen sollten, in dem Sie sich bei Ihrer Ankunft befanden, ohneein Verdeck, unter dem Sie das Haupt zur Ruhe legen können!"

Leicht dürfte es zu spät sein, diesem Rath zu folgen," crwie-derte tiefsinnig Mistreß Wyllys, indem sie einen Blick auf dieschweigende Gertraud warf.Doch sag' mir mehr von diesemaußerordentlichen Schiffe. Rodcricsi, du bist nicht geboren, umeine solche Stelle, wie deine jetzige, zu bekleiden."

Der Knabe schüttelte den Kopf, hob aber die Augen nicht vomBoden, offenbar abgeneigt, mehr über diesen Punkt zu antworten.

Wie kommt es, daß der Delphin jeden Tag eine andere Flaggeführt? Und warum ist das Schiff seit mehreren Tagen ganz andersbemalt, so daß es dem Sklavenhändler von Newport gar nichtmehr ähnlich sieht."

Und warum," erwiedcrte der Knabe mit einem halb traurigen,halb bittern Lächeln,kann Niemand in das Interesse Dessen hinein-schauen, der diese Veränderungen ganz nach eignem Willen vornimmt?