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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
394
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Und daß sie Seeräuber sind, furchte ich, werden wir erfahren."

Seeräuber? Wie? Alle?"

Nicht anders, Alle. Wo Einer eines solche» Verbrechensschuldig ist, können seine Gefährten unmöglich unverdächtig sein."

Aber, thenerste Wyllys, wir wissen ja doch, daß wenigstensEiner darunter unschuldig ist; da er mit uns in's Schiff gekommen,und noch dazu unter Umständen, die gar keinen Trug znlaffen."

Ich bezweifle es. Es gibt verschiedene Grade von Verwor-fenheit, so wie die davon befleckten Gemiither verschieden sind;aber ich furchte, Alle, die ans Ehrlichkeit in diesem Schiffe An-spruch machen können, befinden sich in dieser Kajüte versammelt."

Hier sank der Blick des Mädchens auf den Boden, und ihreLippen bebten, theils unwillkürlich und daher unwiderstehlich, thcilsvielleicht ans einer inner», ihr selbst »»erklärbaren Bewegung.Mit unterdrückter Stimme sagte sie:

Wie gegründet auch Ihr Verdacht gegen alle klebrigen seinmag, so glaube ich doch, daß Sie unserem gewesenen Begleiterunrecht thun; wir wissen ja, woher er kommt."

Es kann sein, daß ich in Beziehung aus ihn irre; doch istcS wichtig, daß wir uns auf das Aergste bereit halten. FassenSie sich, Liebe; unser Diener kommt herauf: vielleicht kommenwir durch seine Mittheilnngen der Wahrheit näher."

Hier gab Mistreß Wyllys ihrer Schülerin noch ein ausdrucks-volles Zeichen, eine ruhige Miene anznnchmcn, und ging ihr mitdem Beispiel voran, indem ihr Aussehen wieder jene gewohntesinnende Gelassenheit gewann, die selbst von einem weit erfahrenerenWesen, als der Knabe, der jetzt langsam in die Kajüte trat, allenVerdacht fern gehalten hätte. Gertraud verhüllte das Gesicht inihr Gewand, während die Wyllys den Knaben mit einer Stimmeanredete, die von Güte und inniger Theilnahme zeugte:

Roderich, mein Kind, deine Augenlider werden schon schwer.Du bist gewiß noch nicht an den Schiffsdienst gewöhnt?"