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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
389
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machen! Gesetzlos bin ich, in der Meinung der Welt wenigstens,schon lange; aber ein Verräther an meiner Treue und meinemgegebenen Worte mar ich nie! Wohl wird einst die Stunde schlagen,wo die Menschen, deren ganze Welt jetzt von diesem Schiffe um-schlossen ist, auseinander gehen; allein die Trennung muß offen,freiwillig, manneswürdig sein. Haben Sie nie erfahren, wasmich damals, als wir uns im Leben das erste Mal in der StadtBoston trafen, nach dem Aufenthalt der Menschen hinzog?"

Nie," erwiederte Wilder in dem wehmnthigen Tone gänzlichgetäuschter Hoffnung."

So hören Sie. Ein handfester Kerl von meinen Leuten warvon den Handlangern des Gesetzes erwischt worden. Gerettet sollteund mußte er werden. Es war ein Mann, den ich nicht besondersliebte, allein er war zu jeder Zeit ehrlich, nach seinen Begriffenvon Ehrlichkeit. Ich konnte das Opfer nicht verlassen, und dochwar außer mir keiner im Stande, seine Rettung zu bewirken.Dem Golde und der List blieb der Sieg; und nun erfüllt derKerl hier am Bord die Ohren der Mannschaft mit Gesängen,Psalmen und Hymnen znm Lobe und Preise seines Commandenrs.Soll ich mir nun den Verlust eines, mit so vielem Wagniß er-rungenen, guten Namens znziehen?"

Sie würden die gute Meinung von Spitzbuben verlieren,und dafür den Gewinn eines guten Rufes bei Menschen, derenLob eine Ehre ist, eintanschcn."

Das weiß ich nicht. Sie verstehen sich wenig auf die Men-schennatnr, wenn Sie jetzt erst lernen müssen, daß Der, welchersich einmal Berühmtheit erworben hat, sei's anctz durch lasterhafteThaten, seinen Stolz darein setzt, den so erworbenen Ruf aufrechtzu halten. Uebrigens passe ich nicht zu der Welt, wie sie unterunterjochten Kolonisten gestaltet ist."

Sie sind vielleicht stolz auf Ihre Geburt im Mutterlande?"

Ich bin nur ein armer Tenfel aus der Provinz, Sir! ein