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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Und mit Recht?" fragte Gertraud.

Ich furchte, mit Recht."

Ach wohl!" rief die Wyllys mit einer bedeutsamen Emphaseaus, welche sanften und doch bittern Gram verricth;sie liebendie See oft mehr, als ihre stille, friedliche Heimath!"

Gertraud septe das Gespräch nicht weiter fort, allein ihrschönes, großes Auge senkte sich auf das Verdeck, als ob sie tiefnachsinne über den verkehrten Geschmack, der es lieber mit denwilden Gefahren des Oceans anfnimmt, als sich den Freuden derHäuslichkeit hingibt.

Ich wenigstens fühle mich von der letzten Beschuldigung nichtgetroffen," rief Wilder.Mir ist ein Schiff immer das gewesen,was Anderen die Heimath."

Auch ein großer Theil meines Lebens floß in einem Schiffedahin," fuhr die Gouvernante, offenbar in ihrem tiefsten InnernBilder langer Vergangenheit zurückrufend, fort.Glücklich nndtraurig zugleich waren die Stunden, die ich auf der See zngebrachthabe! Auch ist dieß nicht das erste königliche Schiff, in welchesmein Schicksal mich geworfen. Und doch scheinen sich die Gebräucheseit jenen Tagen sehr geändert zu haben, wenn anders mein Ge-dächtniß die Eindrücke eines Alters nicht zu verlieren beginnt, wojenes Seelenvermögen am stärksten zu sein pflegt. Ist es gebräuch-lich, Herr Wilder, einem Erzfremden, wie Sie hier sind, in einemKriegsschiff ein Kommando anzuvertranen?"

Durchaus nicht!"

Und doch führten Sie, wenn mein schwaches Urtheil nichttrügt, von dem Augenblicke an, wo wir als Schiffbrüchige, Hilflosedieß Fahrzeug betraten, das zweite Kommando darin."

Unser Abenteurer wendete abermals den Blick ab, nnd suchteaugenscheinlich nach Worten, ehe er erwiederte:Ein Patent ge-bietet überall Achtung; das meinige hat mir die Wichtigkeit ver-schafft, von der Sie Zeuge waren."