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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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wenn es den Besitz einer Welt gegolten hätte. Noch ein dumpfer,drohender, kollernder Ton, nnd von der im Raume cingeschloffe-nen Luft getrieben, flog das Bordertheil des Verdecks in die Hohe,mit der Explosion einer Kanone.

Jetzt die Seile angefaßt, die ich Ihnen gegeben!" schrieWilder mit athemloser Hast.

Seine Worte ersäufte das Rauschen und Gurgeln des Strudels.Der Schiffskoloß that einen Fall wie ein sterbender Wallfisch, erhob seinen Spiegel hoch in die Luft, dann glitt er in die Tiefe,wie der Leviathan, wenn er in seine verborgenen Abgründe hinab-schießt. Die festliegende Barkasse hob sich natürlich mit demSchiffe, so daß sie endlich eine fürchterliche Lage beinaheeinen rechten Winkel mit der Wasserfläche bildete. So wie dasWrack hinabsank, kamen die Seiten der Barkasse in's Wasser,nnd vergruben sich so tief, daß die Welle» fast darüber zusam-menschlugen; doch leicht gebaut, tauchte sle sich elastisch wiederempor, und von dem sinkenden Schiffe eine» gewaltigen Stoßgegen den Spiegel empfangend, schoß die kleine Arche vorwärts,als wäre sle von einer Menschenhand fortgestoßen. Allein, dadas Wasser eine geraume Strecke rings umher nach dem Strudelströmte, so wurde Alles unwiderstehlich mit fortgerissen, nnd kaumwar die Barkasse anfgetaucht, so schoß sle auch schon wieder pfeil-schnell mit dem Gefälle, als könnte sle nicht lassen von demgrößer» Körper, dessen Satellit sie so lange gewesen, als müssesie ihm durch die Kluft des wirbelnden Strudels in den Abgrundhinab folgen. Drauf stieg sie wieder schaukelnd ans die Ober-fläche, nnd einen Augenblick lang wurde sie nmhergeworfen undgedreht, wie eine Wasserblase in den Kreiswellen eines Teiches.Dann ächzte das Meer tief auf und Alles ward wieder ruhig.