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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
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der Versicherung zu beruhigen: diese gewohnten Töne seien eherVorboten des Friedens, als irgend einer frischen Gefahr; in ihremGeist sah sie die verborgenen Meeresabgründe klaffen, über denensie, nur von einem Faden gehalten, schwebte, nnd es wimmeltedarin von den ekelhaften Bewohnern der großen Tiefe. Doch bliebder aufgeklärte Seemann selbst nicht ohne Schrecken, als er dieFinnen des gefräßigen Hai über die Oberfläche des Wassers dunkelhervorragcn nnd das Ungeheuer in abgehetzten Schüssen sich rundum das Wrack stehlen sah, welches der Instinkt es zu lehren schien,daß der Inhalt des dem Untergang geweihten Schiffes nun baldseine Beute werden müsse. Nun ging der Mond aus, mit seinemmilden, täuschenden Zanbcrlicht über die stets wechselnde, aberstets schreckenvvlle Scene.

Seht," sagte Wilder, als der Himmelskörper sein blasses,trauriges Rund ans dem Meeresbette hob;wir werden Lichthaben zu unserem gewagten Schwung!"

Ist es schon so weit?" fragte Mistreß Wyllys, mit so vielAusdruck von Entschlossenheit, als sie nur immer in einer so her-ben Lage sammeln konnte.

Ja schon steht das Schiff mit den Speigatcn unter Wasser.Ein Fahrzeug hält es zuweilen aus, bis es von Salzwasser ganzgesättigt ist. Wenn unseres überhaupt sinkt, so sinkt es bald."

Ueberhanpt sinkt! Ist denn Hoffnung da, daß es noch schwim-men könne?"

Keine!" sagte Wilder, und hielt inne, den hohlen, drohenden,Tönen zu lauschen, welche, während das Wasser nun durch dieAbtheilnngen eindrang »nd sich von einer Seite zur andern schonfreie Bahn brach, hervordröhnten ans dem Boden des Schiffes,gleich dem Gestöhne eines gewaltigen Ungeheuers im letzten Kampfeder Natur.Keine; schon verliert es seine wasserrechte Linie."

Auch seinen Gefährtinnen entging die Veränderung nicht, dochwar keine von ihnen im Stande, eine Sylbe hervorzubringen, und