ihre» starke» Raae», indem sie eine Minute lang abwechselnd sichfüllten und wieder znsammenschrumpften; dann fuhr der jähe Orkanüber ihre Spitzen weg.
Die Carolina bewährte sich in der Eigenschaft eines starkenund doch leicht schwimmenden Schiffes, dem furchtbaren Druck desSturmes nachgebend, bis sie einem auf dem Wasser liegendenKörper ähnlicher sah, als einem darauf schwimmenden. Sodann,als ob das Schiff ei» Bewußtsein von der Gefahr hätte, tauch-ten seine Masten oon ihrer tiefen Neigung wieder in die Höhe,und nun mußte das Schiff jeden Schritt vorwärts durch denheißesten Kampf sich erringen.
„Haltet das Steuer windwärts! so lieb euch euer Leben ist,klemmt es luv!" schrie Wilder mitten im Geheul des Sturms.
Der Veteran am Steuerrad gehorchte der Ordre mit vielerFestigkeit; allein vergebens haftete sein Blick an den Rand seinesVorsegels, um zu beobachten, wie das Schiff dem Manöver ge-horchen würde. Noch zweimal, in eben so vielen Augenblicken,neigten sich die hohen Masten gegen den Horizont, tauchten ebenso oft zierlich wieder auf, bis sie, dem Ungeheuern Druck unter-liegend, den ganzen Bau flach anss Wasser legten.
„Besinnung!" schrie Wilder, indem er Earing, der fassungsloswie wahnsinnig, am steilen Deck hinan rannte, beim Arm ergriff;„Besinnung! es ist unsere Pflicht, gefaßt zu bleiben. Eine Axt herbei!"
Schnell, wie der Gedanke, der die Ordre eingab, gehorchteder Maat, sprang an das Besahnsegel, um den Befehl, der jetzt,wie er wohl wußte, folgen würde, mit eigenen Händen zu vollstrecken.
„Soll ich znhauen?" fragte er mit aufgehobenen Armen undkräftiger, gehaltener Stimme, welche seine augenblickliche Ver-wirrung leicht vergessen machte.
„Noch nicht! Gehorcht das Schiff im Geringsten seinem Steuer?"
„Nicht einen Zoll, Sir."
„Dann zngehanen," schloß Wilder ruhig das Kommando.