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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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Dann, sich z» den stummen, anfpassenden Matrosen wendend, riefer mit einer Stimme, die, durch das Heftige und Bedeutungsschweredarin, entsetzlich klang: «Laßt die Hinterfalltaue schießen! herummit der Fockraa! herum damit, ihr Leute, den Augenblick!"

Gar wohl verstand die anfgeschreckte Mannschaft dieß Kom-mando. Jede Nerve, jeder Muskel wurde angestrengt, den Ordreszeitig genug nachznkommen, um ans den Empfang des nahendenSturmes bereit zu sein. Kein Einziger gab einen Laut von sich;sondern Jeder verwandte seine Kräfte und Geschicklichkeit, um derernsten Stunde zu genügen. Auch war in der That kein Augenblickzu verlieren, noch der geringste Theil menschlicher Kräfte ohne mehrals hinreichenden Grund in Anspruch genommen.

Der lichte und furchtbar drohende Nebel, der während derletzten Viertelstunde sich in Nord-West anballte, triob nun auf siezu, mit der Geschwindigkeit eines Rennpferdes. Schon hatte dieLuft das eigenthümlich Klamme des Ostwinds verloren; und zwischenden Mastbänmen fing der Wind an in kleinen Kreisen zu wirbelnAlles Vorboten des kommenden Sturmwinds. Jetzt sauste einheulender Ton über den Ocean dahin, dessen Glätte stufenweise zueiner gekräuselten Glanzfläche weißen, fleckenlosen Schaums ver-wandelt wurde. Im nächsten Augenblick traf die Gewalt des Win-des in vollster Wnth das arbeitende Schiff.

Wilder hatte, als er den herannahenden Sturm bemerkte, dengeringen Vortheil, den ihm das Abwechseln der Windstöße darbot,benutzen wollen, um das Schiff vor den Wind zu bringen; alleindie träge Bewegung des Schiffes entsprach weder seiner eigenenUngeduld, noch dem Drange des Augenblicks. Langsam und schwer-fällig, mit der Seite von Norden abfallend, mar es, seiner Stellungnach, der volle» Lage des Windes ansgesetzt. Glücklicherweise fürAlle, die in diesem wehrlosen Schiffe ein Leben zu verlieren hatten,wollte das Geschick nicht, daß die ganze Wucht des Sturms miteinem Male darauf fiele. Die Segel flatterten und zitterten an