„Hier, Earing, nehmen Sie selber das Fernglas, nnd sagenSie mir, unter wie vielen Segeln der Fremde steuere, nnd wieweit er ungefähr von uns ab sein mag," sagte Wilder gedanken-voll, ohne im Mindesten ans die eben gemachte Bemerkung desAndern geachtet zu haben.
Der ehrliche und wohlmeinende Gehilfe legte den Hut auf's Decknnd that, wie ihm befohlen war. Er blickte lange, ernst nnd unver-rückt durch das Glas, drückte dann die Glieder des Fernrohres mitseiner gewaltigen flachen Hand zusammen nnd antwortete endlich wieEiner, der nach vieler Ueberlegnng mit sich auf's Reine gekommen ist:
„Wenn das Segel dort wie jedes andere sterbliche Schiff ge-baut nnd ausgerüstet wäre, so würde ich nicht anstehen, cs für einwohlbetakeltes, mit seinen drei einfach gerefften Bramsegeln, großenUntersegeln und Treiber nnd Klüver versehenes Fahrzeug zu erklären."
„Und hat es nicht mehr?"
„Dafür wollte ich mich verbürgen, wohlverstanden, wenn ichmich erst vergewissern könnte, daß cs in jedem Betracht anderenFahrzeugen gleiche."
„Und dock, Earing, haben wir mit diesem ganzen Segeldrnck,wenn anders der Kompaß richtig zeigt, jenem Schiff keinen FußWeges abgewonnen."
„Mein Gott," erwiederte der Gehilfe, mit dem Kopf nickend,wie Jemand, der von der Thorheit eines solchen Beginnens voll-kommen überzeugt ist, „nnd wenn Sie so viel beisetzen, daß jedesTuch im großen Segel platzt, dnrch's Schnellsahren verändernSie die Stellung jenes Segels dort um keinen Zoll, bis zu Son-nenaufgang! Dann freilich dürften gute Augen es in die WolkenHineinstenern sehen; obgleich ich für meine Person niemals dasGlück oder das Unglück gehabt habe, daß mir einer dieser Kreuzerbei Hellem Tage anfgcstoßen wäre."
„Und wie weit ist cs ab?" sagte Wilder: „Sie haben immernoch nicht gesagt, wie weit cs entfernt ist."