Druckschrift 
8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

218

verfolgt) und während derZeitdergrößten Annäherung beider Schiffewar auch kein Augenblick, wo nicht eine volle Ladung des Erster»das ganze Verdeck des Letzter» hätte bestreichen können. Bei jedemBefehl wendete unser Abenteurer sein Auge mit steigender Span-nung seitwärts, um zu sehen, ob man ihm die Ausführung dessel-ben vergönnen werde; nicht eher fühlte er sich überzeugt, daß dasSchiff wirklich von seinem alleinigen Befehl geleitet werde, als biser sah, daß es sich aus seiner gefährlichen Nachbarschaft zu ent-fernen, und der neuen Richtung der Segel folgend, von dem leich-ten Winde abzufallcn begann, und einer Stelle znsteuerte, wo eres nach Belieben handhaben konnte. Hier angelaugt, fand er, daßder Strom ungünstig und der Wind zu leicht war, um mit demVorsteven davor liegen zu bleiben; daher wurden die Segel auihren Raacn in Festons znsammeugezogen, und ein Anker auf denGrund hinabgelassen.

Dreizehntes Kapitel.

Was gibt's hier? einen Menschen, oder einen Fisch?

Der Sturm. Act II. Sc. 2.

Die Carolina lag nun innerhalb einer Kabellänge von demvermeintlichen Sklavenhändler. Wilder hatte dadurch, daß er demLootseu den Laufpaß gegeben hatte, eine Verantwortlichkeit über-nommen, vorder ein Seemann zurückzuschreckeu pflegt, indem er nichtblvs die ganze Summe, zu der das Schiff versichert ist, zahlenmuß, falls sich beim Klariren des Hafens ein Unglück ereignen sollte,sondern sich noch sonstigen Strafen aussctzt. Wie viesen Ein-fluß bei Wilder das Bewußtsein, daß er außer oder über demBereich des Gesetzes stehe, auf seine entschiedene Handlungsweisegehabt haben mochte, wird sich wahrscheinlich ans dem Verfolg derErzählung ergeben; die einzige unmittelbare Wirkung seines Schrit-tes aber war die, daß seine Aufmerksamkeit, die sich vorher zwischen