Druckschrift 
8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
Seite
206
Einzelbild herunterladen
 

so gut cs gehen wollte, sich über die Schiffsseite hinüber und insein Schiffchen hinunter mochte.

Na, Jnngens, wünsch' euch gute Zeit, viel Wind und vonder rechten Sorte, sichere Reise auswärts und eine schnelle Zn-rückkunft. Werft ab!"

Man gehorchte seinem Ruf; kaum war das Boot außer Ver-bindung mit dem Schiffe gesetzt, so wich es ans der bisherigenBahn, drehte sich drei-, viermal um sich selbst und hielt danneinen Augenblick inne, während das große Schiff weiter zog mitder Stetigkeit eines Elephanten, von dessen Rücken eben einSchmetterling anfgeflogen. Wilder folgte dem Boote eine Se-kunde mit den Angen, allein seine Gedanken wurden znrückgcrnfendurch die Stimme des Lootsen, die sich nun wieder von der Vor-derseite des Schiffes her vernehmen ließ:

Etwas mehr in die Höhe mit den leichten Segeln, Junge,mehr in die Höhe; weich' keinen Zoll breit vom Winde, sonstkommst du nimmer dem Sklavenhändler bei der Windseite vorbei.Luv an, sag' ich, Herr, Luv!"

Der Sklavenhändler!" murmelte unser Abenteurer vor sichhin, indem er hastig nach einem Platz im Schiffe eilte, von woaus er jenes wichtige, ihn zwiefach intcressirende Schiff genausehen konnte;ach ja, der Sklavenhändler! es mag freilich nichtleicht sein, dem Sklavenhändler die Windseite abzngewinnen!"

Ohne cs zu wissen, fand er sich neben Mistreß Wyllys undGertraud, welche Letztere sich auf die Gallerte der Schanze stützte,und das fremde, vor Anker liegende Fahrzeug mit einem Vergnügenbetrachtete, das für ein so junges Mädchen natürlich genug war.Sie werden mich anslachen, liebe Frau Wyllys, mich unbeständig,ja leichtgläubig nennen," rief das argloseMädchen, gerade alsWilderdie bezeichnete Stelle eingenommen hatte,aber hei alle Dem wünscheich doch, wir kämen auf eine gute Manier aus dieser Royal Carolinannd könnten unsere Fahrt in jenem schönen Schiffe dort machen.