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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
Entstehung
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I» Wilders Stimme lag etwas so Sanftes, Wohlgezogenes,und doch zn gleicher Zeit Männliches, das; die Damen, wie durcheinen gemeinschaftlichen Impuls, sich zu ihr hingezogen suhlten.Dabei war sein Anzug, obschon ganz der eines Matrosen, so nett,so schmuck und glatt, so gentlemännig, daß man leicht auf dieVermuthnng komme» konnte, er gehöre zn einer höher» Klasse derGesellschaft, als die, in deren Tracht er auftrat. Dieß Alles er-höhte den Eindruck, den er machte. In der Ungewißheit, wensie vor sich babe, und mit dieser Ungewißheit die Absicht verbindend,gegen den Unbekannten höflich zn sein, machte ihm Frau vonLacey eine tiefere Verbeugung als sie gcthan haben wurde, wennsie nicht geglaubt hätte, im zweifelhafte« Falle etwas weiter gehenzu müsse», und fuhr fort:

Diese beiden Ladic's sind im Begriff, sich jenes Schiffs zu be-dienen, um nach Carolina zu segeln, und wir waren eben beschäf-tigt, uns zu befragen, von welcher Seite der Wind heute kommenwerde. Doch bei einem solchen Schiffe, Sir, ist wohl nichts zubefürchten, er mag günstig sein oder nicht?"

Im Gegeutheil," mar die Antwort.Mir scüeint das Schiffso beschaffen, daß es nicht viel leisten werde, wie auch der Wind sei."

Es steht im Rufe ei» guter Segler zu sein. Was sage ich:im Rufe! Wir haben davon die volle Ueberzeugnng, da es in^dcr kurzen Zeit von sieben Wochen von England in die Kvlonieengekommen ist. Aber Seeleute habe», glaub' ich, wie wir armeSterbliche zu Laude, ihre Vorliebe und ihre Vorurtheile. Ent-schuldigen Sie mich daher, Sir, wenn ich diesen ehrlichen Veteran

über seine Meinung in dieser Sache weiter befrage- Lieber

Freund, was haltet Ihr von jenem Schiffe? Ist es ein guterSegler? Ich meine das Schiff dort mit den überhohen Vorbram-bäumen und den vorragendcn runden Marsen."

Wilders Lippe zuckte, er mußte ein unfreiwilliges Lächelnzurückhalten; aber er verbiß es und schwieg. Der alte Seemann