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„Nie," erwiederte die Wittwe schnell und etwas trocken. „DieWafferreise war meiner Constitution zuwider; deßwegen habe ichjederzeit die Reise zu Lande gemacht. Dabei muffen Sie aberwissen, Wyllys, daß ich, die Gattin und Wittwe eines Flaggen-Offiziers, nichts weniger als unerfahren in der Seewissenschaftgeblieben bin. Es werden gewiß wenige unter den brittischenDamen sein, welche mit Schiffen bekannter und vertranter sind,als ich, sowohl mit einzelnen Fahrzeugen, als mit ganzen Ge-schwadern. Diese Kenntniß habe ich mir als die Gemahlin einesOffiziers verschafft, dessen höchstes Glück es war, Flotten anzn-führen. Mit Ihnen, Wyllys, mag es anders sein; ich vermuthe,was zur Schifffahrt gehört, sind böhmische Dörfer für Sie."
Die ruhige, würdevolle Haltung der Gouvernante nahm hieraugenblicklich einen trübern Anstrich von Schwermuth an. Es warihr freilich schon vorher anzusehen, daß tiefliegende, lang gehegte,peinliche Erinnerungen ihren Zügen einen dauernden, doch sanftenKummer eingegraben hatten, welcher die Spuren ihres Grund-charakters, der immer noch aus ihren Auge» sprach, mehr mil-derte als verwischte. Sie war eine Zeitlang unschlüssig, ob sienicht lieber abbräche, faßte sich aber, und antwortete:
„Ich bin keineswegs ein Fremdling ans der See. Mein Ver-hängniß hat gewollt, daß ich manche lange und manche gefähr-liche Fahrt habe machen müssen."
„Doch nur als Passagier. Wir Gattinnen von Seehelden sinddie einzigen unseres Geschlechts, welche auf die edle WissenschaftAnspruch machen können. Kann es wohl ein schöneres und erha-beneres Schauspiel geben," fuhr die verwittwete Seeheldin mit einerArt von Begeisterung über diesen Gegenstand fort, „als der Gangeines stattlichen Schiffs, das die Wellen durchschneidet, dessenHackebord, wie mein seliger Admiral wohl tausendmal gesagthat, die See furchet, dessen Schaft einen Helle» Streifen hintersich läßt, wie die Windungen einer Schlange, wie ein lebendes