17
der Pachtersohn, dem es einerlei war, ob er erst »m Mitternachtankommc, wenn er nur der Ueberbringer von Nachrichten ans derStadt sein und vor Allem von einem bedeutenden Seeraub erzäh-len konnte; denn er wußte wohl, daß ein ganzer Hansen auf ihnmit der Frage einstiirmen würde: was bringst du uns Neues? —„Und ist er denn in der That so furchtbar, als man sagt? Suchtman ihn wirklich auf?"
„Ihn aufsuchen? Ihn? Wird Tophet von einem betendenChristen ausgesucht? Glaubt mir, auf dem mächtigen See-Elementgibt es Wenige, sollten sie auch so tapfere Kriegsmänner sein, alsJosua, der große jüdische Feldhanptmann, gewesen, die nicht tau-sendmal lieber Land, als dieBramsegel dieses verwünschten Piratensähen! Menschen fechten des Ruhmes wegen. Das könnt Ihr mirglauben, Pardon, mir, der ich so viele Kriege erlebt habe; aberNiemand findet Vergnügen daran, es mit einem Feinde anfznneh-men, der beim ersten Schuß eine blutige Flagge anfzieht, undfertig und bereit ist, beide Theile in die Luft zu sprengen, wenn erfindet, daß Satans Hand nicht mehr stark genug ist, ihm zu helfen."
„Ist der Kerl so desperat," sagte der junge Mann, indem ersich stolz in die Brust warf, und seine mächtigen Glieder reckte,„so begreife ich nicht, warum die Insel und die Pflanzer auf der-selben nicht ein Küstenfahrzeug ansrüsten, ihn aufznbringen, damiter 'mal lerne, wie ein ehrlicher Galgen aussieht? Laßt nur heuteoder morgen in unserer Nachbarschaft die Trommel rühren, unddie Botschaft ausrufen, und ich will meinen Hals verwetten, daßsie wenigstens Einen Freiwilligen mitnehmen wird."
„So sprecht Ihr, weil Ihr kein Pulver gerochen habt! Wozuwürden aller Welt Dreschflegel und Heugabeln dienen, gegenLeute, die sich dem Teufel verschrieben haben? Wie oft ist der Räu-ber nicht von königlichen Kreuzern bei Nachtzeit oder bei Sonnen-nntergang gesehen worden? Wie oft glaubten sie schon, ihn um-zingelt und die Diebe im Netz zu haben? Wie oft hielten sie sie schonDer rothe Seeräuber. 2