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8 (1853) Der rothe Freibeuter : ein Seegemälde
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in Gedanken im Folterstock! Wenn aber der Morgen graute,husch! wardie Priseverschwunden, ans einem oder dem andern Wege."

Sind denn die Kerle solche Blnthnnde, daß man sie dieRothen nennt?"

Den Namen haben sie von ihrem Anführer," erwiederte mitwichtiger Miene der ehrwürdige Kleidermacher, dessen Kamm sichzu heben anfing, je weiter er in der Mitthcilung seiner interes-santen Legende vorrückte.Es ist sein Name und auch seinesSchiffes Name; wenigstens hat Niemand, der 'mal einen Fuß daraufgesetzt, es wieder verlassen, um zu sagen, ob es einen bessernoder schlechten; führe; Niemand, das will sagen, kein ehrlicher See-mann oder braver Passagier. Das Schiff hat übrigens, wie mansagt, die Große einer Kriegsjacht, auch die Gestalt, auch die Aus-rüstung; es ist wie durch Wunder mancher tapfer» Fregatte ent-kommen; ja Einmal, Pardon so zischelt man sich in's Ohr,denn kein loyaler Unterthan würde es wagen, den Scandal lautnachznsprechen einmallages eine ganze Stunde nnterden Batterieneines Linienschiffs von fünfzig Kanonen, und schien dann, vor Al-ler Angen, wie ein Klumpen Blei in den Grund zu sinken. Aberim Augenblick, wo Alles voller Freude war, sich die Hand schüttelte,sich Glück wünschte, daß die Buben nun Wasser die Fülle zutrinken bekämen, lies ein Westindier in den Hafen ein, den derSeeräuber am Morgen nach der Nacht, in welcher Jedermannglaubte, daß er mit der ganzen Equipage in die Ewigkeit überge-gangen sei, rein ansgeplündert hatte. Und was das Tollstedabei war, Freund, ist, daß während das durchschossene Kriegsschiffkielholen mußte, um sich ausznbeffern, und die Lecke zu stopfen,das Ranbschiff die Küste auf und nieder spazierte, so heil und ganz,wie es war, als es die Werklente vom Stapel laufen ließen."

Nun, das ist unerhört!" rief der Landmann, auf den dieGeschichte anfing, einen tiefen Eindruck zu machen.Wie siehtdenn das Schiff sonst wohl aus? Hat's eine gefällige Gestalt? ein