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ehrliche, liebevolle Geschöpf war zu zartfühlend, um die Schleusenihrer Empfindungen in der Anwesenheit dritter Personen zu öffnen.
„Ma'am, — Miß Eva — MrS. Efsingham!" rief sie, sobaldihre junge Gebieterin eintrat; sie fürchtete nämlich, zu viel Zusagen,nun ihr Pflegling eine Frau geworden war.
„Meine liebe, gute Nanny!" cntgegnete Eva und schloß diealte Wärterin in ihre Arme, während beide fast eine Minute stummihre Thränen mit einander vermischten. „Du hast Dein Kind eine derwichtigsten ihrer großen Erdenverpffichlungcn eingehen sehen, Nanny,und ich weiß, Du wirst beten, daß sie glücklich ausfallen möge."
„O gewiß — gewiß — Fräulein — Ma'am — Miß Eva —wie soll ich Euch denn in Zukunft nennen, Ma'am?"
„Nenne mich Miß Eva, wie Du von meiner Kindheit au ge-than hast, theucrstc Nanny."
Nanny nahm diese Erlaubniß mit Entzücken auf und bedientesich derselben an diesem Morgen wohl noch zwanzig,nal; auch hieltsie es so fort, bis zwei Jahre später eine Miniatur-Eva eben so, wiefrüher die Mutter, auf ihrem Knie tanzte, und erst jetzt begannder Frauenrang stillschweigend seine Rechte zu behaupten. So langestand eS an, bis unsere dermalige Braut bei ihrer treuen Dienerinzur Mistreß Esfingham wurde.
„Ich muß Euch also nicht verlassen, nun Ihr verheirathetseyd, Miß Eva?" fragte Anna schüchtern, obschon sie kaum einsolches Ereigniß als in den Grenzen der Möglichkeit befindlich be-trachtete. Eva hatte sie zwar schon mehr als einmal des Gegsn-theils versichert, aber dennoch liebte sie eS, diese Zusage zur dop-pelten Gewißheit zu erheben. „Ich hoffe, eS wird nie etwas vor-fasten, was mich von Euch trennen könnte, Fräulein."
„Mit meiner Zustimmung wenigstens nicht, meine trefflicheNanny, denn ich werde Deine Dienste mehr als je bedürfen, da jaauch Annette jetzt heirathet."
„Und Mammersclle, Ma'am?" fragte Nanny mit leuchtenden