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22 (1846) Eva Effingham oder die Heimath : eine Fortsetzung "der Heimkehr"
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die mit der Zeit herangewachsen, durch ihre Vernunft geheiligt und,wenn auch in den Farbe» einer glühenderen Phantasie und in derFülle jugendlichen Vertrauens gehalten, zugleich durch ihre edlenGrundsätze und ihren Rechtsfinn unterstützt war. Sie wußlc, daßsowohl ihr Vater, als ihr Vetter den Mann ihrer Wahl schätzten undglaubte nicht, daß die kleine Wolke, die über der Geburt ihres Ge-liebten hing, mehr als einen vorübergehenden Einfluß auf dessenzartfühlende Seele üben konnte. Deshalb trat sie auch John Effing-hani mit gefaßtem Freimuth entgegen und erwiederte den wohlwol-lenden Druck seiner Hand mit einem Lächeln, wie etwa eine Tochtereinen zärtlichen Vater empfängt; dann wandte sie sich mit derselbe»anstandsvollcn Ruhe, welche ein Theil ihres Wesens geworden war,an die übrige Gesellschaft, um auch sic zu begrüßen.

Hier ist eines der anziehendsten Bilder, welches die Mensch-heit nur bieten kann," sagte John Efsingham zu MrS. Bloomficld,als Eva sich von ihnen entfernte;ein schüchternes, bescheidenes,gefühlvolles Mädchen so fest in seine» Grundsätzen, der Rein-heit und des Edelsinns ihrer Gedanken so bewußt und so warmin ihren Empfindungen, daß sie die Wahl eines Galten in einemLichte auffaßt, in welchem Andere die Erfüllung eines sittlichenund religiöse» Gesetzes zu betrachten pflegen. Bei ihr ist die Liebenicht mit Schaan, verbunden, weil sie keine Schwäche hat."

Eva ist so makellos, wie sich'S einer Jungfrau ziemt; unddoch muß ich sagen, daß ich mein eigenes Geschlecht nicht erkenne,wenn ich sie Mr. PowiS so ruhig wie ihres Vaters Vetter be-grüßen sehe."

Möglich, denn in diesem Falle sollte man glauben, daß siefrei sey von aller Leidenschaft. Ihr bemerkt, daß er es vermeidet,sie mit seiner Aufmerksamkeit zu behelligen, und daß die Begrüßungohne Verlegenheit ablief. Ich glaube, in der Liebe liegt ein er-hebendes Princip, welches, indem es den Wunsch in uns weckt,des ersehnten Gegenstandes würdig zu weiden, durch Anspornung