agent glaubte übrigens die Sache zu gut eingeleitet zu haben, umnicht weiter darauf sortzubauen.
„Mr. John Effingham liebt bisweilen einen Scherz," ent-gegnete Eva ruhig, „und wer Ernst daraus machen wollte, dürfteleicht fehl gehen."
„Die Liebe ist allerdings ein Irrwisch," entgegnete Aristo-buluS sentimental, „dies muß ich zugcben; und es nimmt michnicht Wunder, daß so Viele in den Sumpf gerathen, die seinemScheine folgen, da er nicht von dem Lichte der Vernunft auS-geht. Habt Ihr die zarte Leidenschaft schon empfunden, Miß Eva?"
AristobulnS hatte nemlich, als er der Soiree von Mrs.Houston anwohntc, dieselbe Frage wohl ein halb Dutzendmal stellenhören und glaubte daher, die feinste Einleitung zu einer regeUmäßigen Erklärung gewählt zu haben. Ein gewöhnliches Weib,die sich durch eine solche Frage beleidigt fühlte, würde höchst wahr-scheinlich zurückgetreten sehn und sich mit einem nachdrücklichen„Sir!" in die Brust geworfen haben. Nicht so Eva. Sie fühlteden großen Abstand zwischen sich nnd Mr. Bragg zu sehr, als daßsie eine anmaßende Gleichstellung von seiner Seite auch nur ent-fernt hätte verletzen können. Allerdings war dieser Abstand mehrdas Ergebniß der Ansichten, der Gewohnheiten und der Erziehung,als in der wirklichen socialen Stellung begründet; denn obgleichEva nur die Gattin eines Gentlemans werden konnte, war siedoch vollkommen über jene Vorurlhcile der Welt erhaben, die nurvon künstlichen Ursachen abhängen. Statt daher ob dieser außer-ordentliche» Frage Ueberraschung, Unwille oder dramatische Würdezu verrathen, zuckte nur ein leichtes Lächeln um ihren schönenMund — so leicht, daß es ihr Verehrer nicht einmal bemerkte.
„Ich glaube, wir haben zu unserer Rückkehr nach dem Dorfeeben so glattes Wasser, wie heute Morgen, als wir nach diesemPlatze herüberfuhren," versetzte sie einfach. „Ich glaube, Ihrrudert bisweilen, Mr. Bragg?"