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„Wenn aber Europa wirklich solche Bortheile bietet, warumreist Ihr nicht selbst hin, meine theuerste Miß van Courtlandt?"
„Ich — ich ein Hadschi!" rief Grace mit kindischem Ent-zücken, obschon ihr Antlitz sich höher röthete, und für einen Mo-ment war Eva sammt ihrer Ueberlegenhcit vergessen.
Gewiß war Sir George Tenrplenrore selbigen Tag nicht initder Aussicht auf den See hcranSgekommen, diesem kunstlosen, halb-erzogenen und in provinzialen Vorurthcilen befangenen, aber dochschönen Mädchen mit seiner Hand zugleich auch seine Baroneten-würde und sein schönes Besitzthum anzubieten. Er hatte sich zwardas Passende eines derartigen Schrittes schon geraume Zeit wohlerwogen und würde wahrscheinlich auch später eine geeignete Ge-legenheit gesucht haben, wenn sie sich ihm nicht eben jetzt, allenseinen Bedenken zum Trotze, so günstig geboten hätte. Wenn„das Weib, welches zaudert, verloren ist," so liegt sicherlich eineeben so tiefe Wahrheit in dem Satze, daß der Mann, welchernur mit seiner Vernunft gegen die Schönheit zu Feld ziehe» will,diese seinen Sinnen gegenüber sehr unmächtig finden wird. WäreGrace van Courtlandt nicht ein so ganz und gar unverdorbenesNaturkind gewesen, so wäre es wohl ihren Reizen allein nicht ge-lungen, diese Eroberung zu machen; aber der Baronet fand ihre Nai-vität so bezaubernd, daß die Gefühle des Weltmanns völlig gewonnenwurden. Eva hatte ihn anfangs durch dieselbe Eigenschaft ange-zogen, da die Jugenderziehung der Amerikanerinnen weniger ge-zwungen und künstlich ist, als die der Engländerinnen; gleichwohlfand er in ihr eine geistige Ausbildung, welche erstere Eigenschaftvielleicht nicht so sehr ausfallcn ließ, als bei ihrer kaum minderschönen Muhme, deren Einstuß allerdings große Beeinträchtigunggesunden haben würde, wenn seine Bewunderung gegen Miß Ef-fingham auch nur durch die leiseste Ermuthigung genährt wordenwäre. So aber hatte sich Grace allmählich in sein Herz einge-schlichen, und er erklärte ihr jetzt seine Neigung in einer Sprache,