110
bedenklich, daß er mich versichert, jedes Wort davon scy unterseinen eigenen Augen geschrieben worden."
„Hinsichtlich seiner religiösen Bedenken," fügte John Effing-Ham bei, „ist er so überaus pünktlich, daß er dem Vernehmennach über Alles, was ans seiner Presse hervorgeht, den .Segen'spricht und für Alles, was ihr z»kommt, ein ,Dankgebet' ver-richtet."
„Dieser Bemerkung nach müßt Ihr ihn kennen, Mr. Effing-Ham. Ist er nicht in Wahrheit ein Mann von Beruf?"
„Man kann buchstäblich von ihm sagen, er habe einen Zei-tungSgeist, da er Alles in der Natur oder in der Kunst zu Zei-tungsartikeln umschmeljt und denselben gemeiniglich so viel vonseinem eigenen Charakter beimischt, daß sie alle Beziehung zu demGegenstände, zu welchem sie ursprünglich gehören, verlieren. Manweiß kaum, was man an diesem Manne am meisten bewundernsoll, die atmosphärische Transparenz seiner Motive (denn er ist so jsehr über den Gclkpunkt erhaben, daß er auf Reisen nur seltenan die Bezahlung eines Mittagessens denkt, und doch so gewissen-haft, daß er, wenn er wieder nach Hause kömmt, stets etwasVerbindliches über das WirthShauS sagt), seine große Liebe fürThatsachen, oder die ausgesuchte Zartheit, die er Allein, an waser Hand legt, mittheilt. Außerdem wirft er über Alles dies einenschönen Nimbus von Moralität und Religion, indem er sich selbstim heißesten Worlstreite nie eine Verdrehung erlaubt, ohne dieSalbung eines Heiligen darüber zu ergießen."
„Kennt Ihr vielleicht Florio?" fragte MrS. Legend, einwenig argwöhnisch gegen John Effingham'S Schilderung des Ka-pitän Kant.
„Wenn es der Fall wäre, so müßte es ganz zufällig geschehensehn. Worin besteht seine Hauptcharakteristik, Ma'am?"
„In Sentimentalität, Pathos und Zartheit — noch obendreinAlles dies in Reimen. Ohne Zweifel habt Ihr von dem Triumphe