„Man braucht nicht erst in ein Haus cinzutreten, liebe Louise,ui», wenn eS vorn heraus vier oder fünf Fenster hat, zu sehen,daß eS unmöglich zwanzig oder dreißig haben kann. Es wäre sehrunvernünftig, in dieser guten Stadt auf einen italienischen Palastoder auf ein Pariser Hotel zu rechnen."
„Wir stnd dafür noch nicht alt genug, Eva. Noch ein hundertJährchen, Mademoiselle Mcfvillc, und dergleichen Dinge werdensich auch hier vorfindcn."
„llion sun. 6'est natunel."
„Je nachdem es in der Welt geht, Grace, werden sie vielleichtnach hundert Jahren nirgends mehr eristiren, wenn wir etwa WirthS-häuser, Hospitäler oder Fabriken ausnehmen. Aber was kümmernwir uns um das, was hundert Jahr vor »nS liegt, Mühmchen?So jung wir auch Beide sind, dürfen wir doch nicht hoffen, cs zuerleben."
ES wäre Wohl Grace nicht leicht geworden, sich selbst befrie-digend den Grund zu erklären, warum sie ein so lebhaftes Ver-langen fühlte, daß ihre beiden Begleiterinnen kein Haus erwartenmöchten, welches, wie ihnen ihre eigenen Sinne sagten, in derStadt nirgends zu finden war. Sie scharrte indeß ungeduldig mitden Füßen auf dem Boden des Wagens, denn sie war mit derErwiederung ihrer Verwandten nicht halb zufrieden.
„Ich will nur sagen, Eva," nahm sie nach einer Pause wiederauf, „daß man in einer so neuen Stadt, wie die unsrige ist, nichtdie Verbesserungen erwarten kann, die man unter einem gesellschaft-lichen Zustand von längerem Bestand findet."
„Und sind wir Beide, Mademoiselle Viefville und ich, je soschwach gewesen, zu glauben, daß New-York ein Paris, ein Romoder ein Wien seh?"
Grace wurde noch ärgerlicher, denn unwillkührlich hatte siegehofft, MrS. Houstons Ball werde keinem in irgend einer dieseralten Hauptstädte nachstehen; eS verdroß sie daher um so mehr,