20
hoffe ich, Ihr werdet die Güte haben, Eure Anficht vor der Weltgeheim zu halten."
„Ich fürchte, dies würde nicht in meiner Macht liegen, daich das Gefühl getäuschter Erwartung kaum zu verbergen im Standewäre. Aber darf ich fragen, aus welchem Grunde Ihr wünscht,ich möchte meinen Verdruß für mich behalten?"
„Nun denn, Miß Eva," sagte AristobuluS mit ernster Miene,„ich fürchte unser Volk konnte die Aeußerung einer derartigenAnficht von Euch kaum ertragen."
„Von mir? — Und warum denn gerade von mir nicht?"
„Vielleicht deshalb, weil sie glauben, Ihr seiet gereist undhabet andere Länder geseben."
„Also nur die N > ch tgcreisten, denen cs an den Mitteln ge-bricht, den Werth dessen, was sie sehen, gebührend zu würdigen,find zu einer Kritik berechtigt?"
„Ich kann Euch vielleicht meine eigene Meinung nicht ganzauSeinandersetzcn, glaube aber, daß mich Miß Grace verstehen wird.Glaubt Ihr nicht mit mir, Miß van Courtlandt, daß Diejenigen,welche nie andere Gebirge sahen, sich weit eher über die Einför-migkeit der unsrigen beschweren können, als Diejenige», welche ihrganzes Leben unter den Anden und Alpen zugebracht haben?"
Eva lächelte, denn sie sah, daß Mr. Bragg wohl fähig war,kleinliche Provinzialgefühle zu entdecken und zu verlachen, obschouer selbst so sehr unter ihrem Einfluß stand; Grace aber crröthete,denn sie war sich bewußt, im Gespräch mit ihrer Verwandten überandere Gegenstände bereits dieselbe thürichte Empfindlichkeit an denTag gelegt zu haben. Eine Erwiederung war übrigens unnöthigda jetzt die Thüre aufging und John Esfingham eintrat. DasZusammentreffen der beiden Gentlemen — denn wir müssen, wennauch nicht dem Rechte »ach, so doch aus Höflichkeit, Mr. Aristo-buluS Bragg schon in diese Kategorie cinschließen — war herz-licher, als Eva erwartet hatte, denn die Männer achteten sich in