hochwichtig es für Alle sein müsse, daß sie sich ihre Selbstbeherr-schung bewahre, und konnte seht auch wieder mit einem Theiljener Stärke, welche der Indianer an ihr zn sehen hoffte, dasAntlitz zu ihm emporheben.
„Treibe nicht länger dein Spiel mit mir, Wyandottü, sondernlaß mich lieber gleich das Schlimmste vernehmen. Ist mein Vatertodt? Unter Vater verstehe ich nämlich Willonghby."
„Dann verstehe» falsch — kein Vater, sage» Euch. Warumjunge Squaw so ganz wie Mohawk?"
„Mensch — ist Kapitän Willonghby getödtet?"
Der Indianer starrte Mand eine halbe Minute lang aufmerk-sam in's Gesicht, und nickte dann zur Bejahung.
Trotz ihres festen Entschlusses, standhaft zn bleiben, wäre unsereHeldin diesem Schlage beinahe erlegen. Zehn Minuten lang sprachsie kein Wort: das Haupt ans die Knie gestützt, saß sie in einerGedankenverwirrnng da, welche eine Zeit lang den Verlust des Ver-standes bei ihr fürchten ließ. Znm Glück fand sic Erleichterung ineinem Strome von Thränen, und wurde dadurch etwas ruhiger. Dannfiel ihr bei, wie nvthig cs sei, das Nähere zn wissen, um mit Um-sicht handeln zn können, und so fragte sie Nick ans eine Weise, dieAlles, was der Wilde zn enthüllen für gut fand, ans ihm heransbrachte.
Mands erster Gedanke war der, des Kapitäns Leiche anfznsn-chen, nm sich selbst zn überzeugen, ob keine Hoffnung mehr vor-handen sei. NickS Bericht hatte so lakonisch gelautet, daß ihr nochManches dunkel blieb; der Schlag war so plötzlich eingetreten, daß siedcrWahrheit inihrer pvllenAusdehnnng kanmGlanben schenken konnte.
Vorher aber hatte sie diese schreckliche Nachricht noch jenenthenren Wesen mitzntheilen, welche bei all ihrer Aengstlichkeit dochniemals ein solches Unglück auch nur geahnt hatten. Sogar Mrs.Willonghby, so zärtlich sie war, und so sehr sie sich selbst nm dererwillen, denen ihr ganzes Herz gehörte, zu vergessen pflegte — sogarsie war so lange daran gewöhnt, ihren Gatten ungestraft jeder Ge-Wyandottr. 32