ganze Gestalt, wahrend sie dich that. Einen Augenblick hielt sieiune, um den zarten, köstlichen Wohlgcrnch einznathmen, der dasInnere erst recht zu weihen schien: dann machten sich ihre Fingerwieder an die Arbeit.
Mit jedem Moment erwarteten ihre Augen, Robert Willough-by's wohlbekannten Schriftzügeu zu begegnen. Das Papier warendlich entfaltet — aber unbeschrieben : Mand stand überrascht undeinen kurzen Augenblick höchst peinlich ergriffen — eine Haarlockewar Alles, was die Dose neben dem Einschlagpapiere enthielt.
Ihr Blick wurde ängstlich, ihr Antlitz todtenblaß; als sie aberdas Haar gegeirs Licht hielt, die langen Ringeln sich lösten, undsie eine jener schönen Locken erkannte, welche eben in diesem Au-genblick ihr eigenes liebliches Antlitz in reicher Fülle umwallten —da strahlten ihre Blicke von Neuem, und eine Röthe, jener Fär-bung vergleichbar, womit die Morgendämmerung ihr Herannahenam nächtlichen Himmel verkündet, leuchtete auf ihren Wangen.
Ihr eigenes Haar mit dem Kamme zu entwirren, um BobWillonghby's Geheimnis; zur Vergleichung der glänzenden Schat-tirnng daneben zu halten —war das Werk eines einzigen Augen-blicks — er genügte aber auch vollkommen, um sie von der gan-.zen Wahrheit zu überzeugen. Das Andenken an sic also war es,was Robert Willoughby so hoch hielt, so lange mit Sorgfalt be-wahrt hatte, und was er das Geheimnis; seines Lebens nannte!
Mand konnte dies; Alles unmöglich mißverstehen. Robert Wil-loughby liebte sie, und hatte diese Art gewählt, ihr seine Leidenschaftzu verrathen. Noch den Tag zuvor war er auf dem Punkte gestan-den, dies; mit Worten zu thnn, und jetzt benützte er das einzigeMittel, das sich ihm darbot, um jene Andeutung zu vervollständigen.
Mand fühlte ihr Herz von den zärtlichsten Gefühlen überströmen,während sie dies; Alles im Geiste erwog, und von diesem Augenblickehörte sie auf, sich der Erinnerung ihrer eigenen Liebe zu schämen.Sie ihrem Vater, der Mutter oder Benlah einzugestehen — davor