„Da irrst du dich, Mand; ich kann mich dciiier beide» Eltern»och recht wohl erinnern; es konnte ja auch nicht anders sein,da sic die Busenfreunde der meinigen waren. Du weißt, ich binjetzt achtnndzwanzig, und also sieben Jahre älter als du. Hast dunie von meiner ersten Waffenthat erzählen hören?"
„Niemals: vielleicht stand sie in irgend einem Zusammenhängemit meinen Eltern, und mochte so nicht für meine Ohren passen."
„Da hast du recht; das muß wohl der Grund sein, warumsie dir verschwiegen blieb."
„Aber jetzt bin ich doch gewiß alt genug, um so Etwaszn erfahren! — Nicht wahr, Bob? du willst Nichts vor mirverhehlen?"
„Wenn ich auch wollte — jetzt könnte ich nicht. Dazuist es zn spät, Mand. Du weißt wohl, auf welche Art MajorMeredith nmkam?"
„Er fiel in der Schlacht, so Hab' ich vermnthet," antwortetedie Tochter in gepreßtem, zweifelndem Tone^ „denn selbst dießhat man mir niemals geradezu mitgetheilt."
„So ist's, und ich stand ihm zur Seite. Die Franzosen undWilden versuchten etwa eine Stunde früher, als eben jetzt, einenMorgenüberfall, und unsere beiden Väter eilten nach den Pickels,um sie znrückznwcrfen: ich war ein unruhiger Junge, und konntees sogar in jener zarten Jugend kaum erwarten, bis ich einenKampf zn sehen bekam — so blieb ich denn an ihrer Seite. DeinVater war unter den ersten, welche fielen; Joyee aber und unserVater trieben die Indianer von seinem Leichnam zurück, undretteten ihn vor Verstümmelung. Deine Mutter wurde in einemGrabe mit ihm beerdigt, und so kamst du zn uns und bliebst beiuns bis auf den heutigen Tag."
Mands Thränen flössen — und doch war es nicht sowohl derKummer, als vielmehr ein ihr selbst unerklärlicher Drang vonZärtlichkeit, welcher sie fließen machte.