hinreichend, um Mauds Lächeln, ihr Erröthcn und jede wechselndeErregung ihres lieblichen Antlitzes bemerken zu lassen.
„Nun, Bob," begann sie, während sie mit ihrer ganzen jugend-lichen Freimüthigkeit und Zutraulichkeit das Portefeuille öffnete,„du weißt wohl, ich bin keiner jener alten Meister, von denen duso oft zu sprechen pflegtest — sondern deine eigene Schülerin, ganzdas Werk deiner Hände; findest du also mehr Fehler, als duerwartet, so wirst du dich gütigst erinnern, daß der Lehrmeisterseine friedlichen Bestrebungen ausgegeben hat, und längst in's Feldgezogen ist. — Da sieh' — es ist eine Karikatur deines eigenenGesichtes, was dir als Vorrede in die Augen starrt!"
„Das ist ähnlich, sollt' ich meinen — und aus dem bloßenGedächtniß, theure Mand?"
„Wie hätte ich es anders anstellen sollen? Alle unsere Bittenhaben dich niemals dazu vermocht, uns nur ein Miniatnrbildchcnvon dir zu schicken. Das ist sehr unrecht von dir, Bob." — Nieließ sich nämlich Mand durch irgend Etwas verleite», den Major —wie Beulah oft that — ,Robert' zu nennen. In dem Worte .Bob'lag eineArt von heroischer Vertraulichkeit, welche sie leicht aunehmenkonnte, ,Robert' aber klang so nach Familienvcrwandtschaft, wassie gar nicht liebte — und doch hatte es nie ein ächt weiblicheresWesen, als eben Mand Meredith gegeben. — „Das ist unrecht vondir, Bob, denn die Mutter sehnt sich recht von Herzen nach einemBilde von dir, in welcher Gestalt es auch sein möchte. Eben dieserWunsch veranlaßte mich, es mit diesen Dingern da zu versuchen."
„Und warum ist keines derselben vollendet? Hier sind sechsbis acht angefangenc Skizzen, alle mehr oder weniger ähnlich,wie mich dünkt, aber nicht mehr als zur Hälfte fertig. Warumwurde ich denn so kavaliermäßig behandelt, Miß Mand?"
Die schöne Künstlerin erröthete etwas tiefer, während sie miteben so süßem als neckischem Lächeln erwiedertc:
„Mädchenhafte Laune wahrscheinlich. Mir gefällt keiner jener