Vaters alten Feldbinden, die mir jetzt ans natürlichem Wege alsErbschaft zngefallen?"
Mand ließ ihre Schmncksachen fallen, faßte die Fcldbinde an zweiEnden und öffnete sie, nm ihre Neuheit und ihren Glanz sehen zu lassen.
„Ist das alt oder abgetragen?" fragte sie im Tone desVorwurfs. „Dein Vater hat sie noch nicht einmal gesehen, Bob.Sie wurde noch von keinem Manne getragen."
„Es ist nicht möglich! Das wäre ja die Arbeit von Monaten— und so schön — du kannst's doch nicht gekauft haben?"
Mand schien durch seine Zweifel betrübt. Sie breitete dieFalten noch weiter auseinander, hob die Seide an's Licht, unddeutete auf einige Buchstaben, welche so sinnreich in das Gewebeeingcstickt waren, daß sie einer gewöhnlichen Beobachtung entgin-gen — sobald aber die Aufmerksamkeit darauf gerichtet wurde,vollkommen leserlich erschienen.
Der Major nahm die Schärpe in seine Hände, breitete sievor's Licht, und las laut die Worte „Mand Meredith". Er ließdie Feldbinde fallen und wandte sich nm nach der Geberin —doch diese war ans dem Zimmer verschwunden. Er folgte ihrenflüchtigen Schritten und trat eben in das Bibliothekzimmer, alssie durch eine andere Thüre entwischen wollte.
„Ich fühle mich durch deine Ungläubigkeit beleidigt," sagteMand und suchte ihre Bewegung wegzulachen, „ich mag nichtbleiben, um leere Entschuldigungen anzuhören. Dein neues Re-giment muß kein Herz in der Brust haben, sonst könnte ein Bru-der seine Schwester nicht so behandeln."
„Mand Meredith ist nicht meine Schwester," erwicdcrte erernst; „Mand Willonghby — ja, die ist es. Warum wähltestdu den Namen Meredith?"
„Zur Strafe für eine deiner eigenen Anspielungen — nanntestdu mich nicht einst Miß Meredith, als ich dich vorletzten Winterin Albany sah?"