412
Blut als das der offenen Feinde seines Vaterlandes zu oerant-worten hat."
„Vielleicht ist der Arme dem Zorne jenes schrecklichen See-mannes als Opfer gefallen, der ihn als seinen Gefangenen davonführte!"
„Jener schreckliche Seemann, Miß Howard, hat ein so zartesHerz, wie dn selbst nur eines haben kannst. Er ist-"
„Halt, Katharina," fiel Cäcilie ein, „du schiltst mich ungütig— laß uns das unvermeidliche Unglück, das uns betroffen, nichtnoch durch heftigen Streit vermehren "
„Ich streite ja nicht mit dir, Cäcilie; ich verthcidige nur einenabwesenden, unschuldigen Freund gegen den unfreundlichen Arg-wohn meiner Base."
„Sag' lieber, deiner Schwester," versetzte Cäcilie, währendbeider Hände sich unwillkürlich verschlangen, „denn Schwesternsind wir und wollen es stets bleiben! — Doch las; uns jetzt anminder schreckliche Gegenstände denke». — Armer, armer Dillvn!jetzt, da ein so furchtbares Schicksal ihn getroffen, erscheint er mirweniger hinterlistig und aufrichtiger, als wir »ns ihn früher ge-dacht! Dn fühlst hierin wie ich, Katharina, ich sehe es an deinerMiene, und wir wollen nicht länger bei der Sache verweilen. —Katharina! Base Käthchen! was stehst dn denn?"
Miß Plowdiw hatte Cäcilicns Hand losgelösten, und war wie-der mit immer ruhigeren Schritten im Zimmer auf und ab ge-gangen; eben wandte sie sich zum ersten Mal auf ihrem Spazier-gange um, als sie, die Augen fest auf das gegenüberliegende Fen-ster geheftet, plötzlich mit der Miene der gespanntesten Erwartungstehen blieb. Die vollen Strahlen der untergchenden Sonne fielengerade in ihr dunkles Auge, das ans einem fernen Gegenständezu haften schien, und erhöhten noch die Glut, die sich langsamüber ihre Wangen bis zu den Schläfen cmporstahl.
Eine so plötzliche Veränderung in dem ganzen Wesen ihrer