dev reichen Fülle der dunkel» Locken verbergend und das Auge mitder schönen Hand bedeckend, entschlossen schien, mit größerer Ruhesich ihren Gedanken hinzngeben.
„Barnstable kann nicht weit entfernt sein," begann endlichKatharina nach längerem Stillschweigen; „denn unmöglich konnteihm jemals einfallen, den Knaben Merry ganz allein zu einemsolchen Abenteuer ausznsenden!"
Cäeilie hob das sanfte, blaue Auge zu ihrer Cousine empor.
„Alle Gedanken ,an eine Auswechslung müssen jetzt anfgegcbenwerden," antwortete sie mühsam;'„und am Ende werden die Ge-fangenen gar noch als Unterpfand für Dillons Leben zurückbehalten."
„Ob der Elende wohl wirklich tvdt ist? oder ob es nur eineDrohung, vielleicht eine Kriegslist des kleinen Schelmen war? erist ein kecker Junge, und würde nicht anstehen, im Nvthfalle mitder größten Dreistigkeit zu sprechen, wie zu handeln."
„Er ist todt!" erwiederte Cäeilie, und verhüllte schauderndihr Gesicht von Neuem; „des Knaben Blicke, seine ganze Mienebürgten für die Wahrheit seiner Worte! Ich fürchte, Katharina,Mr. Barnstable ließ sich, als er Dillons Verrätherei erfuhr, vonseinem Zorne zu einer so unklugen — gräßlichen Handlung Hin-reißen: ach, gewiß, gewiß, wenn auch die harten Kricgsgebräncheeine so furchtbare Rache an einem Feinde rechtfertigen, so war esdoch unrecht von ihm, daß er der Lage seiner eigenen Freundevergessen konnte!"
, „Keiner von beiden Vorwürfen kann Mr. Barnstable treffen,Miß Howard," erwiederte Katharina, ihre unruhigen Schrittehemmend und sich stolz emporrichtend; „er ist eben so unfähig,einen Feind zu ermorden, als einen Freund hilflos zu verlassen!"
„Aber Wiedcrvergeltnng wird unter Kriegern weder Mord ge-nannt, noch als solcher betrachtet."
„Nenne ihn, betrachte ihn, wie d» willst, Cäeilie Howard, ichsetze mein Leben znm Pfände, daß Richard Barnstable kein anderes