Freundin mußte nothmendig Cäciliens Aufmerksamkeit errege», unddeßhalb hatte sie sich, wie scheu berichtet, durch jene ängstlicheFrage unterbrechen. — Katharina winkte ihre Freundin leise zusich her, und deutete nach dem Wäldchen, das gerade vor ihrenFenstern lag.
„Siehst du den Thurm dort in der Ruine?" fragte sie flüsternd.„Bemerkst du nicht jene reth und gelben Streifen, die über sei-nem Rande flattern?"
„O ja, das sind wohl ein paar dürre, liegen gebliebene Banm-blätter; ach! ihnen fehlen auch die lebhafte» Farben, welche zurHerbstzeit die Fluren unseres thenre» Hcimathlandes schmücken!"
„Das Eine ist ein Werk Gottes, das Andere aber ein Pro-dukt von Menschenhand. Nicht Blätter sind's, Cäeilic, sondernmeine eigenen kindischen Signale, und ohne Zweifel befindet sichDarnstable selbst ans jenem verfallenen Thnrme. — Nein, Merrywird und kann ihn nimmermehr verrathen!"
„O fürchte nichts! Für die Ehre unseres kleinen Vetters wollteich selbst mein Leben zum Pfände geben," sagte Cäcilie. „Dochdu hast ja das Teleseop meines Oheims bei der Hand, das schonlängst für diesen Fall in Bereitschaft steht! Ein Blick durch dasFernrohr wird die Sache zur Gewißheit erheben."
Katharina eilte davvn, das Instrument zu holen, und stelltees mit zitternder Hand znrecht.
„Er ist's!" rief sie, sobald sie das Ange dem Glase nahe ge-bracht hatte. „Ich sehe sogar seinen Kopf über das Manerwerkhervvrragen. — Ist das nicht wieder gedankenlos von ihm, sichsv unnöthiger Weise der Gefahr anszusetzen!"
„Aber was spricht er denn, Katharina?" rief Cäcilie; „dnallein kannst ja seine Meinung verdolmetschen!"
Das kleine Buch, das die Erlänternngen zu Miß PlowdensSignalen enthielt, wurde nun eiligst hervorgezogcn, und Blatt umBlatt durchsucht, bis die betreffende Ziffer sich vorfand.