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Siebenundzwanzigstes Kapitel.
-Nein, niemals sah
Zch einen reizenderen Liebeödoten.
Kaufmann von Venedig.
(Nach Schlegel.)
Eäcilie und Katharina trennten sich von Alice Dnnscombeauf dem unteren Gange des Klosters, und begaben sich in denober» Stock in das zum Ankleidezimmer bestimmte Gemach.Vielleicht mochte gerade die tiefe Gefühlsaufregnng, die sich beiden beiden Damen um so heftiger steigerte, je mehr die UmständeDiejenigen, welchen der innigste Antheil ihres Herzens geweihtwar, in eine so äußerst kiyliche, wenn nicht gar höchst gefahr-volle Lage versetzten — einigermaßen die große Bestürzung ver-mindern, welche, wie man sich wohl denken kann, Merry's Ent-deckung und Gefangennehmnng bei den beiden Cousinen Hervor-rufen mußte. Wie sie selbst, so war auch der Knabe das einzigeKind einer der drei Schwestern, welche die innige Verbindung somancher Hauptpersonen unserer Erzählung begründet hatten. We-gen seines zarten Alters wurde er von seinen Cousinen mit einerZärtlichkeit betrachtet, welche die bei einer solchen Verwandtschaftgewöhnliche Theilnahme weit überstieg; doch wußten sie wenig-stens so viel gewiß, daß sein Leben in Obrist Howards Händengesichert und höchstens seine Freiheit einigermaßen in Gefahr war.Als daher der erste Schrecken, den seine plötzliche Erscheinungnach so langer Abwesenheit verursacht hatte, vorüber war, fingensie an, sich in ihren Gedanken, statt mit des Kadeten jetzigerLage, weit mehr noch mit den Folgen zu beschäftigen, welche seineGefangensetznng für Andere haben konnte. Znm Glück waren diebeiden Mädchen allein und unbelanscht von fremden Späherblicken,und konnten also ohne Rückhalt den Gefühlen und dem Drangeihres Herzens nachhängen.
Katharina ging in fiebcrischer Spannung mit hastigen Schrittenin dem Gemache auf und ab, während Cäcilic, das Antlitz unter