342
Dillon schon halb geschloffen, vollends zndrnckend, nm den Gangnoch finsterer zn machen, folgte er den Fußtritten des Verrathers,der wie vom Sturm gejagt über das steinerne Pflaster des Korri-dors hineilte. Bei dem Gange, der zn Borroughcliffe's Zimmerführte, hielt Dillon einen Angenblick inne, ob aber ans Ungewiß-heit über den Weg, den er cinschlagcn sollte, oder weil er auf desSchalnppenführers schwere, nnvorfichtige Tritte horchen wollte, —das konnte dieser nicht errathen; jedenfalls, wenn anch das Letz-tere der Fall war, hielt er sie für das Echo seiner eigenen, nndging von Neuem ohne weitere Entdeckung weiter.
Das leise Anklopfen Dillons an der Thüre des Boudoirs imKloster wurde von Cäcilie Howard selbst mit einem sanften ,Herein"beantwortet. Eine leichte Verwirrung war in dem Wesen desEintretenden deutlich zu bemerken, wahrend er dem Rufe gehorchte,und in seiner Unsicherheit die Thüre einen Augenblick offen ließ.
„Miß Howard," sprach Dillon, „ich komme auf Geheiß IhresOheims nnd — erlauben Sie mir beiznfügen, von meinem eige-nen — —"
„Der Himmel möge uns beschützen!" rief Cacilie, voll Schreckendie Hände zusammenschlagcnd und sich von ihrem Sitze erhebend,„sollen denn anch wir gefangen nnd gemordet werden?"
„Sicher wird Miß Howard mir nicht znmnthen" — Hier hielter inne, da er bemerkte, daß nicht nur Cäciliens, sondern anchKatharinens nnd Alicens Blicke in wilder Angst nach einem an-dern Gegenstände gerichtet waren; rasch wandte er sich um, nndgewahrte zn seinem größten Entsetzen — des Schalnppenführersriesige Gestalt, welche mit dem cisenfarbenen Gesicht voll grim-miger Feindseligkeit auf ihn herabblickte nnd den einzigen Ans-gang des Zimmers versperrte.
„Wenn hier ein Mord verübt werden soll," begann endlichTom, nachdem er die verwunderte Gruppe eine Zcitlang mit ern-stem Blicke betrachtet hatte, „so kann er nur von diesem Lügnev