von dem ehrlichen Seemanne in seiner gegenwärtigen Lage weitleichter gefaßt, als ansgeführt werden konnte. Er hätte es wohlviel weniger schwierig gefunden, ein Schiff durch die gefährlichenKlippen des .Tenfelskanals' hindnrchznstenern, als sich aus derlabyrinthischen Masse von Gängen, Gallerten und Gemächern her-ausznfindcn, worein er sich nunmehr verwickelt sah. Er erinnertesich wohl, daß er, wie er in leisem Selbstgespräche sich ausdrückte,„aus dem Hauptkanal in eine enge Nebenstraße cingelanfen; ober aber steuer- oder backbord geschcert war", das war seinemGedächtnis; gänzlich entfallen.
Tom befand sich injenem Theil des Wohngebäudes, welchen ObristHoward gewöhnlich nur das .Kloster' nannte, und zum Glück für ihnkonnte er hier am wenigsten auf einen Feind stoßen, da Borrongh-cliffe's Zimmer in dem ganzen Flügel das einzige war, das nichtder ausschließlichen Benützung der Damen angehörtc. Daß derKapitän dieses Heiligthum hatte betrete» dürfen, hatte seinenGrund einzig und allein darin, daß Obrist Howard wegen Mangelsan Raum nur die eine drängende Alternative vor sich gehabt hatte,entweder Griffith, Manual oder den Werbeoffizier in die Nachbar-schaft seiner Mündeln zu legen, oder aber seine Gefangenen einerseines Namens und Charakters unwürdigen Behandlung zu unter-werfen, wozu sich der Veteran unmöglich entschließen konnte. Dieseneuliche Qnartierverändernng Borronghcliffc's hatte für Tom dendoppelten Vortheil, einmal, daß sie die Wahrscheinlichkeit einer bal-digen Befreiung seines ungestümen Gefangenen weiter hinausschob,und dann auch die Gefahr für ihn selbst bedeutend verminderte.Der erstere Grund konnte ihm übrigens nicht wohl bekannt werden,und die letztere Betrachtung war von einer Art, wie sie der Scha-lnppenführer am wenigsten anzustellen geneigt war.
Nothgedrnngen an den Wänden hintappend, trat er bald ausdem engen, dunkeln Gange, in welchem er sich zuerst befunden, inden großen Korridor, der mit den unteren Gemächern diesesDer Lootse. 22