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So fanden denn die beiden Mädchen den jungen Seemann,den sie suchten, in eine wollene Bettdecke eingehüllt, in tiefemSchlafe der ganzen Länge nach auf dem nackten Fußboden ansge-streckt. So schüchtern war ihr Schritt und so geräuschlos ihrEintritt gewesen, daß sie bis dicht zu ihm gelangten, ohne ihnim mindesten in seinem Schlummer zu stören. Der Kopf des Ge-fangenen ruhte ans einem rauhen Scheit Holz, die eine Handstützte das schlummernde Haupt, die andere steckte im Busen, undhielt noch lose den Griff eines Dolches umfaßt. Er schlief zwartief und fest, doch war sein Schlummer unruhig und unnatürlich;sein Athem war hastig und beengt, und manchmal hörte man dasleise, heftige Murmeln eines im Schlafe Redenden.
Jetzt war der Augenblick gekommen, wo Cäcilie Howard miteinem Male in ihrem ganzen Wesen gänzlich umgeändert erschien.Bisher hatte sie sich von ihrer Cousine leiten lassen, deren thätiger,unternehmender Geist auch so trefflich zu dem Amte eines Führerszu paffen schien; jetzt aber trat sic von Katharina weg, hielt dieLampe hoch empor, so daß ihr Schimmer die Züge des Schlafen-den erhellte, und beugte sich dann ans sein Antlitz nieder, um mitfestem, angstvollem Blicke diese Züge zu untersuchen.
„Hab' ich recht?" flüsterte ihre Cousine.
„Möge Gott in seiner unbegränztcn Gnade sich seiner erbar-men und ihn beschützen!" murmelte Cäcilie, und ihre ganze Gestatterbebte unwillkürlich, als die Ueberzcngnng, daß sie wirklich Grif-fith vor sich sehe, sich ihrem Geiste anfdrang. „Ja, Katharina,er ist's, und tollkühne Raserei hat ihn hieher getrieben. Doch dieZeit drängt; wir müssen ihn anfweckcn, und ans alle Fälle seineFlucht zu bewerkstelligen suchen."
„So zögere nicht länger und erwecke ihn aus seinem Schlummer!"
„Griffith! Eduard Griffith!" sprach Cäcilie mit sanfterStimme; „Griffith, erwache!"
„Dein Rufen ist umsonst, die sind gewohnt, beim Toben