156
zu den Ohren der Horchenden, und kurz darauf verkündigte einleises Klopfen an der Thüre die Ankunft der Erwarteten. ObristHoward erhob sich mit der Miene eines Mannes, der bei der be-vorstehenden Verhandlung die Hauptrolle spielen sollte, und riefendlich „herein!"
Cäcilic und Alice Dnnscombe, denen das Ganze sehr gleich-gültig war, ließen sich nicht in ihrer munteren Unterhaltung stö-ren, und warfen nur theilnahmlose Blicke nach der geöffnetenThüre. Katharinas rastloses Auge dagegen erfaßte mit einemeinzigen Blick jede einzelne Gestalt unter der nahenden Gruppe;mit einem langen, bebenden Athemzngc sank sie sodann in denSopha znrück, ihre Angen gewannen wieder den früheren leben-digen Ausdruck, und leise summte sie ein munteres Liedchen vorsich hin, dessen Weise selbst in so gedämpften Tönen den Wohl-klang ihrer Hellen Stimme vernehmen ließ.
Dillon ging dem Kapitän voran, dessen Gang fester geworden,und in dessen starrem Blicke statt des früheren leeren Ausdrucksdoch wieder ein Strahl von Verstand zurückgekehrt war, so daßer, wenn auch noch nicht völlig nüchtern, doch eine weit größereHerrschaft über seine geistigen Kräfte erlangt zu haben schien, alser noch vor Kurzem besessen hatte. Die klebrigen blieben auf demGange stehen, während Dillon den wieder zu sich gekommenenKapitän dem Obriste» vorstellte, worauf dieser ihn mit Artigkeitden Damen präsentirtc.
„Miß Plowden," begann der Veteran, zu dieser gewendet, dieihm im Kreise zunächst saß, „dieß hier ist mein Freund, KapitänBorronghcliffe: er hat sich lange schon die Ehre Ihrer Bekannt-schaft gewünscht, und ohne Zweifel wird seine Aufnahme von Ih-rer Seite so sein, daß er nicht bereuen wird, seinen Wunsch end-lich erfüllt zu sehen."
Katharina lächelte, und antwortete mit zweideutigem Nachdruck:
„Ich weiß in der That nicht, wie ich ihm für den Eifer ge-