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5 (1853) Der Lootse : ein Seegemälde
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Einsperrung und ihres Oheims Unzufriedenheit beiläufig Alles, wor-über die junge Dame sich zu beklagen hatte. Damit unsere Leserdie Art ihrer Gefangenschaft um so besser zu benrtheilen vermögen,wollen wir sic ohne weitere Umstände bei de» beiden Damen ein-führcn, ans deren Bekanntschaft sie bereits vorbereitet sein müssen.

Das Franengcmach zu St. Ruth war ein Zimmer, das früher,wie die Sage erzählte, der Speisesaal jener kleinen Gesellschaftschöner Büßerinnen gewesen war, welche einst hinter diesen Mauerneine Zuflucht vor den Anfechtungen der Welt gesucht hatten. IhreZahl konnte übrigens nicht groß und ihre Schmausereien nichtglänzend gewesen sein, sonst hätte wohl dieser enge Raum nichtfür sie ansreichcn können. Doch war das Gemach in schönenVerhältnissen gebaut, und seine ebenso bequeme als geschmackvolleund prächtige Einrichtung machte den angenehmsten Eindruck ansden Beschauer. Schwere, faltige Vorhänge von blauem Damastverdeckten beinahe ganz die tiefen Fensternischen, schwarze, lederneTapeten, mit sinnigen Denksprüchen in Gold reich verziert, über-zogen die beiden noch übrige» Seitenwände. Massive Sopha'svon geschnitztem Mahagoniholz und Stühle von der gleichen Arbeit,beide mit demselben reichen Stoffe bedeckt, ans dem -die Vorhängebestanden, dazu ein türkischer Bodentcppich, dessen weiche Ober-fläche die reichsten Farben des Regenbogens in bunter Pracht zn-rückstrahlte, vereinten sich, die düstere Pracht des Kaminmantels,der tiefen, schweren Karnießen und der zierlichen Holzschnitzarbei-ten an den Wänden noch deutlicher hervorznheben. Ein munteresHolzfener brannte auf dem Herde, als Beweis für die Willfährig-keit des Wirths gegen die nnbesieglichen Vornrtheile Miß Plow-dens, welche längst die Behauptung ausgestellt und auch mit all'ihrer Lebhaftigkeit verfochten hatte, daß nämlich Steinkohlen nurGrobschmieden und Engländern erträglich Vorkommen könnten.Zwei Wachskerzen auf massiv silbernen Leuchtern vermehrten nochdie muntere Helle des Kaminfeuers, und verbreiteten einen frennd-

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