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tigt, einen Abtrag that, wir fühlten uns aber sogleich durch dieungemeine Lieblichkeit des Niagara angezogen. Der Kessel untenwar ergreifender, als wir es uns gedacht hatten, aber er waritalienisch an Farbe und Anmuth inmitten seiner Wildheit undErhabenheit. Die nicderrauschenden Wasser flößten keinen Augen-blick Schrecken ein, denn Alles schien uns nur Lieblichkeit undMilde zu athmcn. Bei allem Großen und Ergreifenden ist demCharakter der Sanftheit und dem Zauber der lieblichen Verhält-nisse eher, als der Großartigkeit die Macht beizumcsscu, welche derNiagara ausübt. Wir glauben auch, daß dieses Gefühl bei weitemallgemeiner ist, als man gewöhnlich annimmt, denn wir sehen die,welche in der Nähe des Wasserfalles wohnen, sich um ihn und bisan den Rand seines mächtigsten Absturzes spielend bewegen, alshätten sie das vollste Vertrauen zu seinen rollenden Wassern. Sosahen wir das kleine Dampfboot, „die Nebelmaid", ganz nahe andie grüne Wasserschichte, welche man den „Pferdehus" nennt, her-antreten und in der Strömung des Strudels niedergleiten, als seies in dieser Schaum-, Dunst- und Gischt-Welt ganz heimisch.Ueber den Wasserkessel sind Drähte gespannt und man gleitet inKörben darüber hin. Wie man sagt, soll eine ähnliche Erfindungmenschliche Wesen über den mächtigsten Fall führen, so daß Wag-hälse unmittelbar über dem Höllenstrudel in der Luft hängen.
Auf diese Weise bewähren Männer und selbst Frauen ihre Liebezu der Oertlichkeit, deren vorherrschende Eigenthümlichkeit nachunserer Ansicht Anmuth und Lieblichkeit ist.
Zu Buffalo bestiegen wir ein Dampfboot unter der englischenFlagge, „Kanada" genannt. Dadurch kürzten wir unsere Reisenach Detroit bedeutend ab, denn wir entgingen jedem Aufenthaltauf Seitenpunkten, auch hatten wir Grund, mit unserer Wahl sehrzufrieden zu sein. Boot, Befehlshaber und Bedienung waren derArt, daß sie jedem Theile der civilisirten Welt Ehre gemacht haben