530
welche sie auf dem Prairien-Kreis gesehen hatte. Auch die Haltungund das ganze Benehmen dieses Fremden erschien ihr ausfallend.
Obgleich unsere Heldin mehrere Minuten, fast athemlos vorSchrecken und Angst, auf ihn schaute, um sein Thun zu erspähen,sah sie ihn lein Glied rühren. Bewegungslos, wie der Fels, auswelchem er Platz genommen hatte, saß er dort — ein Bild derEinsamkeit und des Nachdenkens.
Es konnte ihr übcrdieß nicht entgehen, daß dieser Fremde,wie die Flüchtlinge, eine Art Versteck ausgesucht hatte. Allerdingshatte er sich nicht in den Schutz der Gebüsche geflüchtet, der Fels,auf welchem er saß, lag aber in einer Höhlung des Bodens, woman ihn weder von hinten, noch von beiden Seiten aus eine größereEntfernung hin, als die war, in welcher Margaret stand, sehenkonnte, während er nach vornen durch eine Reihe Büsche, die denRand des Baches säumten, geschützt war. Manns, inmitten derTrümmer von Karthago, über die Wechsclfälle des Glückes nach-denkend, konnte kaum einen auffallender» Gegenstand darbicten, alsdie unbewegliche Gestalt dieses Fremden.
Endlich wendete der Indianer den Kopf fast unmerklich, undMargaret sah zu ihrem großen Erstaunen den harten, rothenaber cdeln, ausdrucksvollen Umriß der wohlbekannten GesichtszügePeters.
In einem Augenblicke schwanden alle Besorgnisse des jungenWeibes, und ihre Hand berührte leicht die Schulter ihres Freun-des. Trotz der Raschheit dieser Berührung ließ der große Häupt-ling keine Unruhe gewahren. Er wendete langsam das Haupt, undals er das freudestrahlende Antlitz des reizenden Weibes sah, be-grüßte sein Lächeln das ihrige in der Freude des Wiedersehens.Er fuhr nicht ans, kein Ton ward hörbar, er schien nicht über-rascht. Es war, als hätte Peter seine schöne, junge Freundin indiesem Augenblick erwartet und als mache ihre Erscheinung ibmgroße Freude.