Achtundzwanzigstes Kapitel.
Ja. auf sich Mer kann der Mensch nicht bauen.Da dieß als eitle Anmaßung sich stets erweist:Das Leben kann nicht geist'ge Leiden heilen,
Die Erde ist zu eng dem ew'gen Geist.
Dem Tag. dem Licht entgegenstrebt die Seele.
Wie der Verbannte sich zur Heimath sehnt;
Doch lockt vom Pfad ilm jede wilde Blume,
Der Abgrund schreckt ihn, der ihm grausig gähntIm Wehn des Westwinds, in des Sturmes StreitUmgibt der Tod uns und -— die Ewigkeit!
Mrs. Hcmans.
^largaret fühlte sich jetzt, ohne Zweifel in Folge jener an-gebornen Neigung, nach dem Verborgenen zu spähen, — eineSchwäche, die ihrem Geschlecht eigen sein soll, und welche dieSchlange benutzte, um Eva zum Ungehorsam zu verführen, —fast wider Willen versucht, über die Grenzen, welche Taubenflügelihr gesetzt hatte, hinaus zu gehen, um zu sehen, was cs draußengebe. Sie vernachlässigte bei diesem Schritt jedoch eine gewisseVorsicht nicht, und vermied es vor Allem, sich sehen zu lassen.
Margaret hatte ihrer Neugierde eineu so weiten Spielraumgegeben, als sich nur irgend mit der Klugheit vertrug, als ein un-erwarteter, erschreckender Anblick plötzlich ihre Schritte fesselte.
Ein Indianer saß, zwanzig Fuß von der Stelle, welche sie er-reicht hatte, auf einem Felsstück. Er wendete ihr den Rücken zu.sie war aber überzeugt, daß es nicht Taubenflügel war, denn dieserhatte sich in einer entgegengesetzten Richtung entfernt, und die Ge-stalt des Wilden, welchen sie vor sich sah, war weit stärker undmassiger, als die des Chippewa.
Seine Büchse war, nahe an seinem Arm, an den Fels gelehnt,Tomahawk und Messer waren in seinem Gürtel, dennoch glaubteMargaret, so weit sie sich dessen versichern konnte, er sei nicht auseinem Kriegspfade, wie es ihres Wissens bei denen der Fall war,Der Bienenjäger. 34