Druckschrift 
30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
509
Einzelbild herunterladen
 

aus keinem andern Grund, als weil er selbst einem solchen Einflüssestets fremd geblieben war.

Daher war auch Alles, was Peter gesagt hatte, eher geeignet,ihn über das, was sich begeben, irre zu führen, als cs ihm in sei-ner wahren Farbe zu zeigen.

Mit Margaret verhielt sich dieß anders. Sie war in einerbessern Schule gewesen, als alle übrigen Glieder der Gesellschaft,und während sie das mannhafte Aeußcre ihres Gatten bewunderte,und seinen offenen, edeln Charakter liebte, hatte sie sich mehr alseinmal schmerzlich berührt gefühlt, wenn sie gezwungen war, seinergroßen Gleichgiltigkeit in Bezug auf heilige Dinge zu denken.Diese Gleichgiltigkeit le Bourdon's war jedoch eher ein leidendes,als ein thätiges Gefühl, und steigerte eher ihre freundliche Theil-nahme an seiner zukünftigen Wohlfahrt, als cs ihr jetzt durch Worteoder Handlungen peinlich eutgegentrat.

Was aber des jungen Paares Vertrauen auf Peter betrifft, sowaren Beide darin viel weiter geschieden, als in ihren religiösenAnsichten. Der Bienenjäger war nie ohne Mißtrauen gewesen, ob-gleich seine Besorgnisse dann und wann so weit beschwichtigt wa-ren, daß er sich derselben beinahe ganz entledigen zu dürfen glaubte,während das junge Weib schon von dem Beginn ihrer Bekannt-schaft an das unbedingteste Vertrauen auf den Häuptling setzte.Es dürfte vielleicht ganz nutzlos sein, in die Gründe dieser Gefühls-Verschiedenheit tiefer eindringcu zu wollen, cs kann aber nicht inAbrede gestellt werden, daß es geheime Quellen der Sympathiegibt, welche Einzelne zu einander hinziehen, während entgegenge-setzte Gefühle zwischen Anderen eine weite Kluft eröffnen. Menschenbegegnen sich zum ersten Mal, und fühlen sich gegenseitig augezo-gen wie zwei Tropfen Wasser, oder abgestoßen wie die Korke einerElektrisirmaschine.

Das Erftere galt von Peter und Margaret. Von dem erstenAugenblick an that sich ihre geistige Verwandtschaft kund, und