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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
510
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freundliche Dienstleistungen steigerten bald dieses Gefühl. DasMädchen hatte nun so viele Indianer gesehen, daß sie sie ziemlichbetrachtete wie andere Menschen, oder ihre Annäherung gern oderungern sah, wie dieß uns Allen, unseren Mitmenschen gegenüber,zu geschehen pflegt, sie fühlte keinen besonder» Grund zu einer Ent-fremdung. Freilich würde Margaret sich schwerlich in einen jungenIndianer verliebt haben, hätte sich Einer von passendem Alter undCharakter ihr genähert, denn ihre amerikanischen Ansichten in Be-treff der Farbe würden in einem solchen Falle Schwierigkeiten auf-geworfen haben, abgesehen aber pon den zärtlichen Gefühlen konntesie in dem Urbewohner, wie in dem weißen Manne gute und schlechteEigenschaften unterscheiden.

In Folge dieser Sympathie zwischen Peter und Margarethatte Letztere stets das größte Vertrauen auf den Schutz und dieFreundschaft des Ersten: gefühlt. Dieß war selbst der Fall, wäh-rend der Kampf in seiner Brust rege war, ob er sie in seine grau-samen Pläne cinschließen, oder eine Ausnahme zu ihren Gunstenzugestehcn sollte.

ES deutet auf die Launenhaftigkeit unserer Gefühle hin, daßMargaret zu Taubenflügel nie Zutrauen fassen konnte, obgleich die-ser ei» inniger Freund le Bourdon's war, und nur bei ihnen blieb,weil er ihnen nützlich zu sein wünschte. Etwas Rauhes in seinemWesen, das überhaupt weniger höflich und zuvorkommend war, alsdas des Häuptlings, hatte sie ihm von vornherein abgeneigt ge-macht, und nachdem sie sich ihm entfremdet, fühlte sie sichnie wieder geneigt, ihm so nahe zu treten, daß sic über seineguten oder schlimmen Eigenschaften ein sicheres Urtheil hätte ha-ben können.

Der große Wechsel in den Gefühlen Peter s wurde von Mar-garet ebenso wenig, wie von ihrem Gatten, nach seinem ganzenUmfange verstanden, obgleich sie ihn vielleicht am besten gewürdigthätte, wäre ihre Aufmerksamkeit daraus gelenkt worden. Es bc-