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30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
417
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Brüder, ich bin ein Eicbenast. Ich beuge mich nicht gern.Wenn ich einen Entschluß gefußt Hube, bleibe ich mit der gan-zen Kruft meines Willens dubei. Mein Entschluß wur gefußt,die Sculpe aller Blaßgefichtcr zu nehmen, welche jetzt in denLichtungen sind. Meinen Entschluß kann nichts beugen. Er ist starkund fest wie der Ast der Eiche."

Nachdem der Häuptling seine Ansicht von dieser Suche kurz,aber eindringlich durgelegt hatte, nahm er, mit diesem zweitenVersuche seiner Rednergabe an einem und demselben Tage ziemlichzufrieden, seinen Platz wieder ein. Sein Erfolg war dieses Rialnicht so unzweideutig, wie bei der früher» Gelegenheit, indessenwar er ansehnlich genug.

Mehrere Häuptlinge sahen eine ganz hörbare, wenn auch nichtganz logische Aehnlichkeit zwischen eines Mannes Namen und sei-nem Charakter, und cs schien ihnen ziemlich cinlenäitend, daß derMann seinem Namen gemäß denke und handle. War sein Namestark, mußte auch er stark sein.

Ungque war überrascht und erfreut, in Eichenast eine so un-erwartete Stütze zu finden. Er kannte die menschliche Natur hin-reichend, um zu begreifen, daß diesem unverhofften Widerstrebenein neu erwachter Ehrgeiz, dem großen, geheimnißvollen Häupt-ling als Redner entgegen zu treten, zum Grunde lag. Darüberkonntedas Wiesel" sich nur freuen. Ein Widerstand, welchersich auf Gründe stützt, kann stets durch andere Gründe, wennsolche sich darbieten, beseitigt werden, ein Widerstand aber, wel-cher irgend einer Leidenschaft entstammt, ist gewöhnlich ein wenigstarrköpfig.

Alles dieß begriff der sogenannte Häuptling oder das Wieselvollkommen und wußte es zu würdigen. Er hielt den Augenblickfür günstig, und war gewillt,das Eisen zu schmieden, so lang'es heiß war".

Nach einer passenden Pause erhob sich dieser verschmitzte Jndia-Der Bicnenjäger. 27