Druckschrift 
30 (1854) Der Bienenjäger, oder die Eichen-Lichtungen : Roman
Entstehung
Seite
416
Einzelbild herunterladen
 

-116

Anträge des Stammlosen unbedingt entgegen, obgleich dieKlugheit ihn zwang, dabei mit der größten Umsicht zu Werkezu gehen.

Hier bot sich jedoch eine vortreffliche Gelegenheit dar, ihmeinen Streich zu versetzen, und er war entschlossen, sie nicht unbe-nutzt zu lassen. So verschlagen war jedoch dieser Indianer, in sohohem Grade war er gewöhnt, seine Wünsche und Leidcnschastenzu zügeln, daß er sich nicht sogleich erhob, um mit dem Ungestümdes erregten Gefühles hcrvorzubrechen, sondern seine Zeit abwartcte,um seine Erwiederung laut werden zu lassen.

Der Indianer ist am Ende nur ein Mensch, und trotz allerSelbstbeherrschung, welche ihm durch strenge Zucht beigebrachtwird, den Schwächen unserer Natur unterworfen. Diese Wahrheitsollte Eichenaft jetzt bewähren.

Er hatte durch seinen letzten Versuch in der Beredsamkeit einenunerwarteten Triumph gefeiert, und es war nicht leicht, in demAugenblicke, wo sich abermals eine Veranlassung bot, sein Talentzu zeigen, ruhig sitzen zu bleiben. Er trat daher als nächsterRedner auf.

Mein Bruder," sagte Eichenast,ich werde nach einem Baumegenannt. Ihr Alle kennt diesen Baum. Man kann ihn nicht zuBogen und Pfeilen brauchen, man kann ihn nicht zu Canoc's brau-chen, er gibt nicht das beste Feuer, obgleich er brennt und Wärmeverbreitet, wenn er gehörig in Flamme gesetzt ist. Es gibt vieleDinge, zu welchen der Baum, nach dem ich genannt werde, nichtzu brauchen ist. Er bietet keine Art Nahrung dar. Er hat keinenSaft, welchen die Indianer trinken können, wie den des Ahornbau-mes. Man kann keinen guten Besen daraus machen.

Aber er hat Aeste, Brüder, und Zweige, wie andere Bäume,und sie find fest und stark. Starke Aeste sind gut. Die Aeste derEiche beugen sich nicht, wie die Zweige der Weiden oder der Escheoder des Wallnußbaumes.